ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2014Randnotiz: Formulare, Formulare . . .

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Randnotiz: Formulare, Formulare . . .

Dtsch Arztebl 2014; 111(11): A-427 / B-371 / C-355

Stüwe, Heinz

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Die Urkunden hängen eingerahmt in der Eingangshalle: Das „Zertifikat Gold“ der „Aktion Saubere Hände“ und das „proCum Cert inklusive KTQ-Zertifikat“ für das Qualitätsmanagement. Dies ist eben nicht irgendein Krankenhaus, hier können Patienten Qualität erwarten. Und das ist dann in der Tat so, wie die ältere Patientin gern bestätigt: Die Operation gelungen, Betreuung und Pflege zuvorkommend. Nur . . . Ja, die Formulare füllen am Ende des Klinikaufenthalts eine ganze DIN-A4-Mappe.

Dabei hat jedes Blatt seine Berechtigung. Wer wollte schon auf den Fragebogen zur Anamnese (zwei Seiten) oder auf den Aufklärungsbogen Anästhesie (vier Seiten) verzichten? Und ist die „Dokumentierte Patientenaufklärung“ (sechs Seiten) etwa überflüssig? Oder das Merkblatt Eigenbeteiligung (eine Seite)? Die „Einverständniserklärung gemäß Paragraf 73, Absatz I b SGB V“ zur Übermittlung von Behandlungsdaten an den Hausarzt (eine Seite) und den „Hinweis auf die Datenverarbeitung“ (eine Seite) verlangt der Gesetzgeber. Die privat zusatzversicherte Patientin erhält selbstverständlich Extras: eine Liste der liquidationsberechtigten Ärzte (eine Seite), die Wahlleistungsvereinbarung (eine Seite), die Einwilligung in die Datenvermittlung an ein Unternehmen der PKV (eine Seite) und die Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen (eine Seite). Macht mit Behandlungsvertrag (zwei Seiten) und allgemeinen Vertragsbedingungen (drei Seiten) insgesamt 24 Seiten, fast ausnahmslos eng beschrieben.

Nachzutragen bleibt nur noch der Flyer „Information für unsere Patienten“. Diese werden sich womöglich fragen, ob es nicht an der Zeit wäre, ein Zertifikat „Das bürokratiearme Krankenhaus“ zu erfinden.

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