ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Oberlausitzer Sechsstädtebund: Raubritter-Jubiläum in der Lausitz

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Oberlausitzer Sechsstädtebund: Raubritter-Jubiläum in der Lausitz

Uhlmann, Ulrich

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LNSLNS Zahlreiche Veranstaltungen im Sommer in Ostsachsen

Eine Landschaft mit eigenem Charme – die Oberlausitz. Hügelland, weite Heideflächen, verträumte Teiche und Seen, malerische Dörfer und jahrhundertealte Städte wechseln miteinander ab. Und dazu gastfreundliche Menschen mit traditionsreichen Sitten und Bräuchen.


Eine Landschaft mit eigenem Charme – die Oberlausitz. Hügelland, weite Heideflächen, verträumte Teiche und Seen, malerische Dörfer und jahrhundertealte Städte wechseln miteinander ab. Und dazu gastfreundliche Menschen mit traditionsreichen Sitten und Bräuchen.
650 Jahre ist es her, als sich sechs Städte in dieser Region zu einem Schutz- und Trutzbündnis gegen Willkür und Überfälle der Raubritter auf Handelswegen zusammenschlossen. Im Löbauer Rathaus besiegelten am 21. August 1346 die Bürgermeister von Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban (heute Polen), Löbau und Zittau den Vertrag, der wenig später von König Karl IV. offiziell anerkannt wurde. Gemeinsam verteidigten nun die Bürger ihre Rechte und zogen mit ihren bewaffneten Haufen gestärkt gegen die Raubritterburgen zu Felde. Die nun sicheren Handelswege mehrten den Reichtum der mittelalterlichen Städte.
Als der Sechsstädtebund Kaiser und Adel gar zu mächtig wurde, schränkten sie ab 1547 seine Rechte ein. Die freie Ratskür, die hohe Gerichtsbarkeit und andere Privilegien gingen verloren. 1868 löste sich das Bündnis endgültig auf. Geblieben aber sind viele Gemeinsamkeiten, kulturgeschichtliche und architektonische Schmuckstücke aus der Glanzzeit der Oberlausitzer Städte, die 1991 dazu führten, das Bündnis unter neuen Vorzeichen fortzusetzen.
Alle fünf sächsischen Städte im Länderdreieck zu Polen und Tschechien sind für Geschichtsinteressierte jederzeit, nicht nur während der Jubiläumsveranstaltungen, eine Reise wert:
Bautzen – eindrucksvolles Stadtpanorama mit mittelalterlichen Befestigungsanlagen; prächtige Barock- und Bürgerhäuser in verwinkelten Straßen und Gassen; Petridom als eine der wenigen Simultankirchen Deutschlands, Domschatz; Alte Wasserkunst als Wasserwerk und Befestigungsanlage; Reichenturm, der schiefe Turm Sachsens; Ortenburg mit Sorbischem Museum. Ausflugsziele: Oberlausitzer Bergland; Heide- und Teichlandschaft bei Königswartha; Saurierpark Kleinwelka.
Görlitz – Baustile von Spätgotik über Renaissance und Barock bis Gründerzeit und Jugendstil; Reichenbacher Turm und Rathaus mit Wappen der sechs Städte; Schönhof als ältestes Renaissancegebäude Deutschlands; einziges original erhaltenes Jugendstil-Großkaufhaus Deutschlands; "Heiliges Grab", mittelalterliche Nachbildung der Heiligen Stätten Jerusalems: Ausflugsziele: "Hausberg" Landeskrone; Riesen- und Isergebirge.
Kamenz – Geburtsort Lessings (Bibliothek, Literaturmuseum, Archiv); Rathaus im Stil der Neorenaissance; ganzjährig Orgelkonzerte in der Hauptkirche St. Marien und in der Klosterkirche St. Annen. Ausflugsziele: Oberlausitzer Bergland; Heide- und Teichlandschaft; Kloster Marienstern.
Löbau – rekonstruiertes Rathaus mit gotischem Turm; Teile der ursprünglichen Stadtanlage wie Ritter- und Badergasse. Ausflugsziele: Löbauer Berg mit gußeisernem Turm von 1854 als Meisterwerk deutscher Eisengießerei; Ausflüge zu den drei Spreequellen am Kottmar (584 m), in Ebersbach und Neugersdorf.
Zittau – sehenswertes Innenstadtensemble; Blumenuhr mit Glockenspiel aus Meißner Porzellan; musikalische Veranstaltungen im Hof des Franziskanerklosters. Ausflugsziele: Bimmelbahn-Fahrt in die Felsenwelt des Zittauer Gebirges, kleinstes Mittelgebirge Europas; Burg- und Klosteranlage auf dem Berg Oybin; Waldbühne Jonsdorf. Ulrich Uhlmann

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