ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2014Facharzttermine: Mattheis und Montgomery diskutieren über Wartezeiten

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Facharzttermine: Mattheis und Montgomery diskutieren über Wartezeiten

Dtsch Arztebl 2014; 111(12): A-480 / B-412 / C-396

Rieser, Sabine

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Zu Montgomerys Vorschlag für eine „dringliche Überweisung“ sagte Hilde Mattheis (SPD), man sei für Lösungen offen. Fotos: Georg J. Lopata/dpa
Zu Montgomerys Vorschlag für eine „dringliche Überweisung“ sagte Hilde Mattheis (SPD), man sei für Lösungen offen. Fotos: Georg J. Lopata/dpa

Hilde Mattheis, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hat deutlich gemacht, dass es ihrer Partei ernst damit ist, die Wartezeiten auf einen Arzttermin zu reduzieren. Das Grundproblem sei klar, betonte sie in einer Diskussion mit dem Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery: Die Terminvergabe solle „in einem Rahmen liegen, der für Patienten annehmbar ist“. Einen unterschiedlichen Zugang von gesetzlich und privat krankenversicherten Bürgern dürfe es nicht geben.

Ausdrücklich erwähnte Mattheis den Vorschlag Montgomerys, eine „dringliche Überweisung“ vorzusehen, und erklärte, die Politik sei für Lösungen offen. Die beiden diskutierten auf Einladung der Schwenniger Krankenkasse in Berlin über die ersten Monate der Großen Koalition und deren Vorhaben.

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Der BÄK-Präsident hatte Ende 2013 die Einführung einer „dringlichen Überweisung“ vorgeschlagen, damit Hausärzte ihre Kassenpatienten schnell zu einem Facharzt vermitteln können. Damit reagierte er auf die im Koalitionsvertrag vorgesehene Termingarantie. Union und SPD hatten vereinbart, dass die Wartezeit auf einen Arzttermin künftig vier Wochen nicht überschreiten soll. Gelingt es nicht, innerhalb von vier Wochen einen Termin zu erhalten, sollen Patienten in ein Krankenhaus gehen können, um sich dort behandeln zu lassen.

In der Diskussion mit Mattheis verwies Montgomery darauf, dass von einer Termingarantie im Überweisungsfall die Rede sei. Für Wunschtermine „ist im Koalitionsvertrag nichts vorgesehen“, sagte er. Diese seien es aber, die in der Regel Probleme bereiteten. Dass sich Patienten nach vier Wochen im Krankenhaus behandeln lassen sollen, sei „völliger Blödsinn“. Dort sei man nicht auf diese Patienten eingestellt und habe genug schwerer Erkrankte zu behandeln. Rie

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