ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2014Randnotiz: Vertrauen schaffen

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Randnotiz: Vertrauen schaffen

Dtsch Arztebl 2014; 111(12): A-481 / B-413 / C-397

Schmedt, Michael

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Die Allensbacher Berufs-Prestige-Skala ermittelt regelmäßig das Image verschiedener Berufe. Unsere Politiker haben da schlechte Karten und landen zusammen mit den Bankern in der Regel am Ende der Imagetabelle. Dagegen belegen Berufe, an die sich Menschen in Not oder Krankheit wenden, seit langem die Spitzenplätze: Ärzte, Krankenschwestern und Polizisten.

Dies belegt auch eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK, derzufolge Feuerwehrleute und Gesundheitsberufe das größte Vertrauen in der Bevölkerung genießen. Ärzte, Krankenpfleger, Sanitäter und Apotheker erzielten Zustimmungsquoten zwischen 88 und 96 Prozent. Das ist nicht unbedingt überraschend, denn laut der GfK schreibt man helfenden Berufen schnell ein gutes Zeugnis aus. Doch in Zeiten von Korruptionsvorwürfen im Gesundheitswesen, Berichten von Vernachlässigung in Pflegeheimen oder dem Transplantationsskandal, ist eine solche Anerkennung auch nicht selbstverständlich.

Daher ist es ein gutes Ergebnis. Nicht nur für die Gesundheitsberufe, die es sich mit Engagement erarbeitet haben, sondern auch für die Patienten. Denn ohne gegenseitiges Vertrauen sind jede Behandlung, Pflege oder Zuwendung weniger oder schlimmstenfalls gar nichts wert.

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Daher muss das Vertrauen der Bevölkerung weiter Ansporn für alle im Gesundheitswesen Tätigen sein, diesen Spitzenplatz zu verteidigen.

Das geht aber nur, wenn die Politik diese Ergebnisse nicht als selbstverständlich, sondern als Pflicht sieht, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Gesundheitsberufen ermöglichen, weiter mit hohem Engagement den Patienten zu helfen und so Vertrauen zu schaffen.

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