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Seit 2007 wurden in mehreren europäischen Ländern (Norwegen, UK, Deutschland) Studien zur Lebensqualität bei NNRI-Patienten im Vergleich zur alters- und geschlechts-gematchten Normalbevölkerung durchgeführt. Alle Studien zeigen eine im statistischen Vergleich deutlich schlechtere Lebensqualität der NNRI-Patienten. Eine klinische Relevanz scheint sich darin zu zeigen, dass sich korrespondierend hierzu ein höherer Anteil an Patienten findet, die nur noch eingeschränkt oder nicht mehr arbeitsfähig sind. Die Variabilität ist jedoch interindividuell hoch, so dass sich auch Patienten mit einer vergleichsweise guten Lebensqualität finden. Die Ursachen für die Einschränkungen sind nicht bekannt. Nach Ausschluss von Komorbiditäten zeigt sich bei primärer und sekundärer NNRI ein vergleichbares Bild, so dass vermutet wird, dass das unphysiologische Cortisolprofil, das durch die heutige Substitutionstherapie erreicht wird, relevant damit in Zusammenhang steht. Die Datenlage zu entsprechenden Interventionsstudien ist sehr klein, unterstützt jedoch diese Hypothese. Alle Interessenkonflikte der Autoren der Studie wurden angegeben. Keiner der Autoren hat „equity interests“. Die Autoren haben dieses Präparat neben anderen erwähnt (Prednisolon, Lodotra, Chronocort) und die Ergebnisse aus der Zulassungsstudie zitiert. Eine Beurteilung „günstige Wirkung“ fand von Autorenseite nicht statt.

Eine Vergleichsstudie zwischen Prednisolon und dem Hydrocortisonpräparat der Firma Viropharma würden wir sehr begrüßen. Auf den ersten Blick erscheint Prednisolon sinnvoll und hat sich im klinischen Alltag prinzipiell bewährt. Es hat aber eine erheblich längere und möglicherweise auch andere Wirkung am Glukokortikoidrezeptor. So zeigten Patientinnen mit primärer NNRI mit 5 mg Prednisolon eine deutlich schlechtere Knochendichte nach mehrjähriger Substitutionstherapie als Patientinnen mit 20 mg Hydrocortison (1).

Die Zulassungsstudie für das Hydrocortisonpräparat der Firma Viropharma wurde in Schweden durchgeführt, wo die (derzeitige) durchschnittliche Tagessubstitutionsdosis 30 mg Hydrocortison beträgt. Wir teilen die Meinung des Lesers, dass diese Dosis zu hoch ist. In Deutschland erfolgt, wie erwähnt, die Substitutionstherapie in einer Höhe von 15–25 mg Hydrocortison/Tag.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0224b

Für die Autoren

Prof. Dr. med. Marcus Quinkler

Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Endokrinologie,
Diabetologie und Stoffwechsel, Charité Campus Mitte

Charité Universitätsmedizin Berlin

marcus.quinkler@charite.de

Interessenkonflikt

Prof. Quinkler ist als Berater für Viropharma Inc tätig. Er erhielt Erstattung für Kongress-, Reise- und Übernachtungskosten sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Viropharma.

1.
Koetz KR, Ventz M, Diederich S, Quinkler M: Bone mineral density is not significantly reduced in adult patients on low-dose glucocorticoid replacement therapy. J Clin Endocrinol Metab 2012; 97: 85–92. CrossRef MEDLINE
2.
Quinkler M, Beuschlein F, Hahner S, Meyer G, Schöfl C, Stalla GK: Adrenal cortical insufficiency—a life threatening illness with multiple etiologies. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(51–52): 882–8. VOLLTEXT
1.Koetz KR, Ventz M, Diederich S, Quinkler M: Bone mineral density is not significantly reduced in adult patients on low-dose glucocorticoid replacement therapy. J Clin Endocrinol Metab 2012; 97: 85–92. CrossRef MEDLINE
2.Quinkler M, Beuschlein F, Hahner S, Meyer G, Schöfl C, Stalla GK: Adrenal cortical insufficiency—a life threatening illness with multiple etiologies. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(51–52): 882–8. VOLLTEXT

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