ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Fernando Arrabal: Der Lyriker und die Künstler

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Fernando Arrabal: Der Lyriker und die Künstler

Paul, Christiane

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LNSLNS Was entsteht, wenn ein Lyriker mit einem Künstler zusammenarbeitet? Wunderschöne, ausgefallene Bücher, die fast einen privaten Charakter haben. Fast alle sind Unikate oder Bücher in sehr kleinen Auflagen. Gezeigt werden diese sehenswerten Buchobjekte jetzt in einer Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz.
Der Filmemacher und Schriftsteller Fernando Arrabal, geboren 1932 in Spanisch-Marokko, lebt seit 1955 in Frankreich. Seine Gedichte, die er seit den siebziger Jahren veröffentlicht hat, stehen in der Tradition der Surrealisten. Zusammen mit Künstlern aus seinem Pariser Freundeskreis, wie Julius Baltazar, Salvador Dalí, Bertrand Dorny, Jean Miotte, Patrice Pouperon und Jean Cortot, hat er die Gedichte in Buchobjekte eingearbeitet.
Durch die Verflechtung von Form und Inhalt, Wort und Material sind ganz besondere Kunstobjekte entstanden, die so erstmalig in Mainz zu sehen sind. Mit Collagen, Malerei, Grafiken und Linolschnitten interpretierten so verschiedene Künstler die Lyrik von Arrabal.
Isabel Echarri hat unter dem Titel "Garcia Lorca Musico" ein Buchobjekt mit den Maßen 9 x 56 x 67 cm mitgestaltet. Ein kleiner Theatervorhang und einzelne ausgeschnittene Figuren, beides aus weißem Papier, stehen in einer aufgeklappten Leinen-kassette. Den Text hat Arrabal auf das fertige Buchobjekt kalligrafiert. Drei Objekte dieser Ausstellung hat die Schierlingspresse, die Handpresse von Dieter Sdun, aus Dreieich gestaltet. Zwei Gedichte von Arrabal, "Die Erinnerung" und "Die Reise ist das Feuer", sind zweisprachig als Pressedruck zu sehen. Der Umschlag ist aus schwarzem Tonpapier. Der deutsche Text ist in Silber und der französische in Schwarz auf Transparentpapier gedruckt. Arrabal hat bei diesem Werk selbst nicht mitgearbeitet, aber es als hervorragend bezeichnet. Er hat die Textgrafiken handsigniert.
Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni 1996 im Gutenberg-Museum Mainz, Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz, zu sehen. Ein Begleitband mit zahlreichen schwarzweißen und farbigen Abbildungen sowie erstmals übersetzten Texten ist für 19 DM in der Ausstellung erhältlich. Christiane Paul
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