ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2014Andrea Ablasser: Gefahrensignale des Immunsystems erforscht

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Andrea Ablasser: Gefahrensignale des Immunsystems erforscht

Dtsch Arztebl 2014; 111(13): A-561 / B-481 / C-461

Siegmund-Schultze, Nicola

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Was „sieht“ das angeborene Immunsystem, wenn es Alarm schlägt? Welche molekularen Strukturen von Viren dienen als Signal dafür, dass ein potenzielles Pathogen in den Körper eingedrungen ist und dass Abwehrfunktionen rasch, aber adäquat aktiviert werden können? Mit solchen für die Immunologie fundamentalen Fragen beschäftigt sich Dr. med. Andrea Ablasser (30) am Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn. Für ihre hochrangig publizierten Forschungen erhielt sie den mit 60 000 Euro dotierten Paul-Ehrlich-Nachwuchspreis.

Andrea Ablasser, Foto: K. Wislsperger, Universitätsklinik Bonn
Andrea Ablasser, Foto: K. Wislsperger, Universitätsklinik Bonn

Viren werden von Wirtszellen an der Nukleinsäure erkannt, und dafür gibt es molekulare Sensoren, die dann die Interferonproduktion ankurbeln. Ablasser hat ein zelluläres Enzym gefunden, die zyklische GMP-AMP-Synthase, die aus endogener oder baugleicher viraler DNA den sekundären Metaboliten cGAMP herstellt. Er ist der eigentliche Bindungspartner für den Sensor und löst die Zytokinproduktion aus. Der Zwischenschritt für das Ingangsetzen der Zytokinbildung verhindert vermutlich überschießende oder fehlerhafte Reaktionen. Ablasser zeigte außerdem, dass cGAMP von infizierten Zellen in anliegende, nicht infizierte transferiert wird: eine „selbstlose Nachbarschaftshilfe“, die Zellen wappnen sich nun.

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Ablasser studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Medizin und promovierte an der Universität Bonn. Sie wird nun an der Technischen Hochschule in Lausanne eine Assistenzprofessur antreten. Nicola Siegmund-Schultze

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