ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2014Kontrazeption: Spirale neuer Generation

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Kontrazeption: Spirale neuer Generation

Dtsch Arztebl 2014; 111(13): A-563

Leinmüller, Renate

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Mit Jaydess® steht ein Intrauterinsystem auf den Markt, das deutlich niedrigere Levonorgestrel-Mengen freisetzt.

Ein neues intrauterines System (IUS) steht zur Langzeitkontrazeption zur Verfügung. Es setzt im Verlauf von drei Jahren durchschnittlich 6 µg Levonorgestrel täglich frei, wobei zu Beginn höhere Dosen anfluten (14 µg/die). Mit einem dünnen Insertionsröhrchen (3,8 mm) und einer Größe von 28 × 30 mm handelt es sich bei Jaydess® um die kleinste Spirale weltweit.

In Phase-II- und -III-Studien mit 3 626 gesunden Nulliparae und Parae im Alter zwischen 18 und 40 Jahren erwies sich das IUS mit einem Pearl-Index von 0,33 als ebenso sicher wie orale Kontrazeptiva, so Prof. Dr. med. Thomas Römer, Köln. Die Einlage des IUS empfanden 65 Prozent der Patientinnen als nicht oder nur leicht schmerzhaft. Mit dem Blutungsmuster waren drei Viertel der Patientinnen nach sechs bis neun Monaten zufrieden oder sehr zufrieden (unter fünf Tage). In der Initialphase können oft leichte Blutungsstörungen mit unregelmäßigen Blutungen und Zwischenblutungen auftreten.

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Wenn es zu Schwangerschaften kommt (0,1 Prozent), dann handelt es sich häufiger um ektope Schwangerschaften. Ein gehäuftes Auftreten funktioneller Ovarialzysten (5,9 Prozent) wurde laut Römer nicht beobachtet. Ähnliches gelte bei sachgerechter Insertion für Infektionen.

Die Langzeitkontrazeption per IUS ist laut Römer speziell auch eine Option für Patientinnen mit Adipositas angesichts der Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), wonach die Pille bei einem BMI >30 mit einem erhöhten Thromboserisiko einhergeht.

Das neue System schätzte er zudem als Option für ältere Patientinnen mit Kontrazeptionswunsch ein, die bereits mehrmals eine höherdosierte Mirena®-Spirale getragen haben, die eine fünfjährige kontrazeptive Wirkung aufweist. Studien zur endometrialen Sicherheit im Rahmen einer kombinierten Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause liegen nicht vor.

Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

Jenapharm-Pressegespräch „Die neue Generation der Langzeitverhütung“ im Rahmen des Fortbildungskongresses 2014 der Frauenärztlichen Bundesakademie in Düsseldorf

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