ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2014Ralf Heyder: Einsatz für die Universitätsklinika

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Ralf Heyder: Einsatz für die Universitätsklinika

Dtsch Arztebl 2014; 111(13): A-561 / B-481 / C-461

Hillienhof, Arne

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Die Finanzkrise der deutschen Hochschulmedizin ist augenblicklich das Hauptthema des Verbandes der Universitätsklinika (VUD) und steht damit auch im Mittelpunkt der Arbeit von Ralf Heyder, seit dem vergangenen Jahr Generalsekretär des Verbandes. „Seit 2012 haben wir eine Zuspitzung, die Ergebnisse der Kliniken gehen rapide nach unten“, erläutert der 38-Jährige.

Ralf Heyder, Foto: VUD
Ralf Heyder, Foto: VUD

Die Universitätsklinika haben eine Sonderrolle im Gesundheitswesen, betont er. Hierzu gehörten die Medizinerausbildung, klinische Studien und die forschungsnahe Behandlung seltener Erkrankungen. „Aus diesen Aufgaben resultieren Sonderbelastungen an der Schnittstelle zur Patientenversorgung, für die es in Deutschland keine adäquate Finanzierung gibt“, kritisiert Heyder. Der VUD fordert daher Systemzuschläge für die Hochschulmedizin.

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Der VUD-Generalsekretär ist mit der politischen Arbeit in Berlin vertraut: Nach seiner Schulzeit in Hof im Fränkischen studierte er Politische Ökonomie in Bamberg, den USA und Berlin. Seine Berufslaufbahn startete er bei der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants. Danach leitete er ein Abgeordnetenbüro im Deutschen Bundestag und arbeitete als Politikreferent bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft, bevor er 2006 als Politischer Referent zum VUD wechselte. „International erfolgreiche Forschung und Patientenversorgung auf höchstem Niveau kann nur mit wirtschaftlich gesunden und exzellent ausgestatteten Universitätsklinika gelingen“, so Heyders Credo. Arne Hillienhof

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Avatar #682396
Hans Meiser
am Donnerstag, 3. April 2014, 15:17

Lieber Herr Heyder!

Ein paar Gedanken zu ihren Thesen:
1. Der Sonderrolle der Universitätskliniken kann man abhelfen, indem man Forschung und Lehre von der Versorgung trennt. Andere nichtuniversitäre Maximalversorger kommen mit dieser Rolle ganz gut klar. Im übrigen sind die Forschungsergebnisse der deutschen Universitätskliniken im Internationalen Vergleich überschaubar.
2. Die Medizinerausbildung ist keine ausschließliche Aufgabe der Unikliniken. Ein Großteil der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten findet außerhaln der Unis statt.
3. Eine gerechtfertigte Sonderfinanzierung von sog. Extremkostenfällen ist laut dem INEK-Institut, welches sich mit der Gerechtigkeit des DRG-Systems auseinandersetzt, nicht nachweisbar.
4. Neben den DRG-Erlösen die die Krankenkassen bezahlen, bekommen die Universitätskliniken üppige Haushaltmittel von den Ländern. Alleine die Uniklinik Münster bekommt pro Jahr 124 Mio. € für Forschung, Lehre und und 60 Mio. € für Investitionen. Zum Vergleich: die 385 nichtuniversitären Krankenhäuser in NRW müssen insgesamt mit 495 Mio. € auskommen.
5. "Schuster bleib bei deinen Leisten" meint, ca. 80% der Patienten in Unversitäten benötigen keine Versorgung nach Maximalstandard. Eine bessere Abstimmung der Versorgung mit umliegenden Krankenhäusern würde die Kostenstruktur eine Universiätsklinik erheblich verbessern.
Mit freundlichem Gruß
Avatar #682396
Hans Meiser
am Donnerstag, 3. April 2014, 15:15

Lieber Herr Heyder!

Ein paar Gedanken zu ihren Thesen:
1. Der Sonderrolle der Universitätskliniken kann man abhelfen, indem man Forschung und Lehre von der Versorgung trennt. Andere nichtuniversitäre Maximalversorger kommen mit dieser Rolle ganz gut klar. Im übrigen sind die Forschungsergebnisse der deutschen Universitätskliniken im Internationalen Vergleich überschaubar.
2. Die Medizinerausbildung ist keine ausschließliche Aufgabe der Unikliniken. Ein Großteil der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten findet außerhaln der Unis statt.
3. Eine gerechtfertigte Sonderfinanzierung von sog. Extremkostenfällen ist laut dem INEK-Institut, welches sich mit der Gerechtigkeit des DRG-Systems auseinandersetzt, nicht nachweisbar.
4. Neben den DRG-Erlösen die die Krankenkassen bezahlen, bekommen die Universitätskliniken üppige Haushaltmittel von den Ländern. Alleine die Uniklinik Münster bekommt pro Jahr 124 Mio. € für Forschung, Lehre und und 60 Mio. € für Investitionen. Zum Vergleich: die 385 nichtuniversitären Krankenhäuser in NRW müssen insgesamt mit 495 Mio. € auskommen.
5. "Schuster bleib bei deinen Leisten" meint, ca. 80% der Patienten in Unversitäten benötigen keine Versorgung nach Maximalstandard. Eine bessere Abstimmung der Versorgung mit umliegenden Krankenhäusern würde die Kostenstruktur eine Universiätsklinik erheblich verbessern.
Mit freundlichem Gruß

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