ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2014Steigende Haftpflichtprämien: Bundestag diskutiert Hilfe für Hebammen

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Steigende Haftpflichtprämien: Bundestag diskutiert Hilfe für Hebammen

Dtsch Arztebl 2014; 111(13): A-526 / B-454 / C-434

Osterloh, Falk

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Der Deutsche Bundestag hat sich am 20. März mit den Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe befasst. „Die gestiegenen Prämien bedrohen die Existenz der Hebammen“, sagte die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Elisabeth Scharfenberg. Nun gehe es um das Überleben des Berufsbildes und um die Wahlfreiheit von werdenden Eltern beim existenziellsten Ereignis ihres Lebens. In einer besonders prekären Situation befänden sich freiberufliche Hebammen, die Geburtshilfe anbieten.

Teure Geburtshilfe: Hebammen, aber auch Belegärzte und geburtshilfliche Abteilungen klagen über steigende Haftpflichtprämien. Foto: mauritius images
Teure Geburtshilfe: Hebammen, aber auch Belegärzte und geburtshilfliche Abteilungen klagen über steigende Haftpflichtprämien. Foto: mauritius images

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) kündigte im Bundestag an, im April den Abschlussbericht einer interministeriellen Arbeitsgruppe vorzulegen, die sich mit den gestiegenen Haftpflichtversicherungsprämien von freiberuflich tätigen Hebammen befasst hat. „Seit Wochen sprechen wir mit den Krankenkassen, den Unternehmen der Versicherungswirtschaft und den Hebammenverbänden“, erklärte der Minister. Zurzeit liefen noch die Verhandlungen zu neuen Gruppenhaftpflichttarifen. „Wir haben die Wirtschaft wissen lassen, dass wir ein überzeugendes Angebot erwarten“, betonte Gröhe. „Ich fordere alle Beteiligten auf, die Verhandlungen zügig abzuschließen.“

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Es sei gut, dass sich Ge­sund­heits­mi­nis­ter Gröhe für eine Begrenzung der Haftpflichtprämien für freiberufliche Hebammen einsetzen wolle, kommentierte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Ebenso wichtig sei es aber, auch für Gynäkologen und geburtsmedizinische Abteilungen der Krankenhäuser Lösungen zu finden. Insbesondere in der Geburtshilfe hätten sich die Prämien für ärztliche Haftpflichtversicherungen in den vergangenen drei Jahren zum Teil mehr als verdoppelt. „Immer mehr Ärzte und Kliniken werden dadurch zum Rückzug aus der geburtsmedizinischen Versorgung gezwungen“, warnte Montgomery. fos

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