ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2014Börsebius: Gold und Silber lieb’ ich sehr

GELDANLAGE

Börsebius: Gold und Silber lieb’ ich sehr

Dtsch Arztebl 2014; 111(13): A-564 / B-484 / C-464

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Freud und Leid sind bei Goldfans gleichermaßen anzutreffen. Jahrelang hatten die Käufer des Edelmetalls einen Riesenspaß an kletternden Notierungen. Gerade in jüngster Zeit gab es aber auch Phasen eklatanter Kurseinbrüche. Obwohl Gold als Krisenmetall gilt und an Krisen kein Mangel herrschte.

Aber wer macht eigentlich den Goldpreis? Und muss ich überhaupt Gold besitzen?

Zuerst zum Besitz. Die oft gehörte Regel, dass fünf oder zehn Prozent des Vermögens in Gold oder Edelmetallen gehalten werden sollen, ist purer Unfug. Gold als Schmuck ist eine feine Sache. Gold als Geldanlage nicht. Gold verzinst sich nicht und lässt sich nicht schnell zu Geld machen. Wenn es darauf ankommt, können die Behörden sogar den Besitz von Gold verbieten, was in der Vergangenheit durchaus schon vorgekommen ist.

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Nun zum Goldpreis. Schon vor Jahren habe ich hier geschrieben, dass der Goldpreis anscheinend von einer kleinen Bankerrunde in einem Londoner Hinterzimmer manipuliert wird (genauso wie das lange Jahre mit dem Libor, dem internen Bankenreferenzzins, gemacht wurde). So langsam dämmert dies wohl auch den Aufsichtsbehörden. Die Deutsche Bank lässt gerade ihre eigene Rolle beim Goldfixing untersuchen. Warum bloß?

Vorsicht ist erst recht angesagt, wenn jemand anbietet, „Ihr“ Gold sicher in der Schweiz oder sonst wo zu verwahren. Die schöne Besitzurkunde ist in der Regel nur schöner Schein. Mir hat gerade erst ein Anleger erzählt, er habe an eine liechtensteinische Gesellschaft 50 000 Euro überwiesen, und die habe ihm dafür Gold und Silber gekauft, das jetzt in der Schweiz lagere. Er sei sogar dahin gefahren und habe in der Tat die Barren gesehen. Die Frage ist nur, ob das denn auch wirklich echtes Gold und Silber ist. Und selbst wenn: Gehört es ihm?

Die Volksweise „Gold und Silber lieb’ ich sehr, könnt’ es auch gut gebrauchen, hätt’ ich nur ein ganzes Meer, mich hinein zu tauchen“, hat dieser Anleger wohl falsch verstanden. Als Motiv für ein vermeintliches Zolllager in der Schweiz taugt es schlecht. Da gerade nicht.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 5. April 2014 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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