POLITIK: Aktuell

Europäische Studie zur Patientenzufriedenheit: Viel Lob für die deutschen Hausärzte

Dtsch Arztebl 1999; 96(8): A-468 / B-376 / C-354

Glöser, Sabine

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Die Hausärzte können sich freuen: Die Patienten
geben ihnen bessere Noten als in anderen europäischen Ländern. Das ist das Ergebnis einer europäischen
Mehr als 95 Prozent der deutschen Patienten können ihren Hausarzt sehr empfehlen und sehen keinen Grund, zu einem anderen Hausarzt zu wechseln. Das ist das Ergebnis der Studie "Bewertung hausärztlicher Versorgung durch Patienten", die das Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA) ausgewertet hat. Der Geschäftsführer des Instituts, Dr. med. Joachim Szecsenyi, stellte die Ergebnisse Ende Januar in Köln vor. Die deutschen Patienten sind den Ergebnissen zufolge teilweise deutlich zufriedener als der Durchschnitt der Patienten aus den 14 Ländern, die an der Studie teilgenommen haben. Die Untersuchung ist der dritte Teil der europäischen Gemeinschaftsstudie "European Task Force in Patient Evaluation of General Practice" (EUROPEP).
"Guter" Hausarzt:
Schnelle Hilfe bei Notfällen
In Deutschland wurden mehr als 2 200 Patienten nach ihren Erwartungen an einen "guten" Hausarzt und ihren persönlichen Erfahrungen befragt: Die Patienten schätzen, daß ihr Hausarzt bei dringenden Gesundheitsproblemen schnell hilft. Zugleich schätzen sie den vertraulichen Umgang mit Patientendaten. Demgegenüber könnten dem Urteil der Patienten zufolge "zeitintensive Vorgänge bei der Arzt-PatientenKommunikation", "Koordinationsleistungen des Hausarztes" und "Wartezeiten in der hausärztlichen Praxis" verbessert werden.
Finanziell unterstützt haben die Studie der AOK-Bundesverband, die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in der Medizin (AQS), der Deutsche Ärzte-Verlag und die Hans-Neuffer-Stiftung. Wissenschaftliche Patientenbefragungen sollten aus Sicht der Vertragspartner auch dazu genutzt werden, qualitätssichernde Maßnahmen in der Praxis an den Bedürfnissen und Erfahrungen der Patienten zu orientieren.
Bedürfnisse der Patienten wissenschaftlich belegt
Die Studienergebnisse bestätigten, daß die Vertragspartner mit ihren Maßnahmen zur Förderung des Hausarztes auf dem richtigen Weg seien, wertete Dr. Paul Lubecki vom AOK-Bundesverband. Wer die Rolle des Hausarztes weiter stärken wolle, sagte der stellvertretende Vorsitzende der AQS, müsse entsprechende Angebote zur weiteren Qualifikation bereitstellen und die Kooperation mit anderen Ärzten verbessern.
Mit den Ergebnissen der Studie lägen nunmehr wissenschaftlich belegte Erkenntnisse - und nicht nur Vermutungen - über die Bedürfnisse und Erfahrungen der Patienten in Deutschland mit der hausärztlichen Versorgung vor, sagte der Vorsitzende der AQS und Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Karsten Vilmar. Diese Erkenntnisse, betonte Vilmar, "sind nicht nur bei der Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung in Deutschland zu beachten." SG
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