ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2014Gehörmodellierung: Wie hört der Mensch?

TECHNIK

Gehörmodellierung: Wie hört der Mensch?

Dtsch Arztebl 2014; 111(14): A-605 / B-522 / C-502

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Im Projekt „Two!Ears“ arbeiten Forscher an einem intelligenten Modell der auditiven Wahrnehmung. Ziel ist es, die Nachbildung des menschlichen Hörens mit technischen Systemen zu verbessern. Dabei wird ein neuer Ansatz verfolgt: Während die Gehörmodellierung bislang auf dem reinen Auswerten der Ohrsignale beruhte und daher ausschließlich signalgetrieben war, soll künftig der hörende Mensch als multimodales Wesen betrachtet werden, das seine Vorstellung von der Welt durch interaktives Hören und Sehen entwickelt.

Mit Hilfe eines Roboters soll das Hören entschlüsselt und nachgebildet werden. Foto: TU Berlin/PR/Ulrich Dahl
Mit Hilfe eines Roboters soll das Hören entschlüsselt und nachgebildet werden. Foto: TU Berlin/PR/Ulrich Dahl

Dazu soll das System die beim Hören entstehenden Wahrnehmungsereignisse erfassen und diese mit Informationen aus visueller und Eigenwahrnehmung (zum Beispiel zur eigenen Kopfposition oder Position im Raum) kombinieren. Es soll damit in der Lage sein, eine akustische Szene in der gleichen Weise zu beschreiben, wie es ein menschlicher Zuhörer etwa hinsichtlich Empfindungen wie Lautstärke, Klangfarbe und räumliche Ausdehnung kann. Das System wird auf Basis einer Roboterplattform umgesetzt, die aktiv ihre physische Umwelt analysiert, sich anhand des Wahrgenommenen orientiert und sich in der Umgebung bewegt. Es hat eine offene Architektur, so dass es einfach modifiziert und erweitert werden kann.

Anzeige

Das internationale Forschungsprojekt wird von der Europäischen Union für drei Jahre mit drei Millionen Euro gefördert. Als deutsche Partner beteiligen sich die Technische Universität Berlin (Prof. Dr. Alexander Raake) und die Universität Bochum (Dr. Klaus Obermayer). Informationen: www.twoears.eu EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema