ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2014Postpartum-Thrombose: Wie lange nach Entbindung treten mehr Thrombosen auf?

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Postpartum-Thrombose: Wie lange nach Entbindung treten mehr Thrombosen auf?

Dtsch Arztebl 2014; 111(14): A-595 / B-512 / C-492

Heinzl, Susanne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nach einer Geburt ist das Thromboserisiko der Mutter deutlich erhöht. Unklar war bislang, ob und wie lange es über die übliche 6-Wochen-Periode hinaus besteht. Diese Frage wurde in einer retrospektiven Crossover-Kohortenstudie untersucht.

In den ersten 6 Wochen nach einer Geburt ist im Vergleich zu nichtschwangeren Frauen das Risiko für einen Schlaganfall um den Faktor 3 bis 9, für einen Herzinfarkt um den Faktor 3 bis 6 und für eine venöse Thromboembolie um den Faktor 9 bis 22 erhöht. Studien und Fallberichte weisen darauf hin, dass ein erhöhtes Thromboserisiko auch über diesen Zeitraum hinaus besteht. Unter dieser Fragestellung wurden die Daten von 1,687 Millionen Frauen analysiert, die zwischen 2005 und 2010 ein Kind geboren hatten. Bei 1 015 Frauen gab es im Zeitraum von bis zu 18 Monaten post partum (p.p.) ein thrombotisches Ereignis (248 Schlaganfälle, 47 Herzinfarkte, 720 venöse Thromboembolien). Das Risiko war jedoch in den ersten 6 Wochen p.p. deutlich höher als in den entsprechenden 6 Wochen ein Jahr später (Odds-Ratio [OR] 10,8). In den Wochen 7 bis 12 p.p. war das Risiko ebenfalls signifikant höher als im Vergleichszeitraum ein Jahr danach (OR 2,2), später aber gab es kein signifikant erhöhtes Thromboserisiko mehr.

Fazit: Die retrospektive Analyse einer großen Studienpopulation aus den USA ergab, dass das Thromboserisiko bei Frauen bis zu zwölf Wochen nach einer Geburt erhöht sein kann. Ab einem Zeitraum von 6 Wochen nach der Geburt ist die Erhöhung des absoluten Risikos mit einer Differenz von 3 Ereignissen/100 000 Geburten aber gering.

Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Kamel H, et al.: Risk of a thrombotic event after the 6-week postpartum period. NEJM 2014; DOI: 10.1056/NEJMoa1311485

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema