ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2014Ärzteportal: Bessere Information und Kooperation

TECHNIK

Ärzteportal: Bessere Information und Kooperation

Dtsch Arztebl 2014; 111(14): A-605 / B-522 / C-502

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Städtische Klinikum Dessau führt ein internetbasiertes Ärzteportal ein, um niedergelassenen Ärzten künftig einen schnelleren Zugriff auf Diagnosen und Behandlungsinformationen ihrer Patienten im Krankenhaus zu ermöglichen. Nach eigenen Angaben schicken mehr als 900 niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen und aus dem gesamten Bundesgebiet Patienten ins Dessauer Klinikum. Mehrheitlich befinden sich diese Zuweiserpraxen in Dessau-Roßlau und in einem Umkreis von etwa 60 Kilometern. Bei einzelnen Fachgebieten, wie Augenheilkunde oder Dermatologie, werden aber auch Patienten aus Sachsen, Thüringen, Berlin und Niedersachsen dort behandelt.

Zusätzlich zum Arztbrief, den der weiterbehandelnde Praxisarzt per Post einige Tage nach der Entlassung seines Patienten erhält, kann er jetzt auch direkt über das Ärzteportal den Weg seines Patienten im Klinikum verfolgen. Er erfährt, wann die Aufnahme erfolgte und welche Verlegungen stattfanden.

Im ersten Schritt kann er den Arztbrief als Dokument abrufen, künftig aber auch Laborergebnisse sowie Röntgen-, CT- und MRT-Bilder. Der Weg in das kostenfreie Ärzteportal führt über einen Nutzungsvertrag, der zwischen niedergelassenem Arzt und Klinikum geschlossen wird. Per Passwort kann sich der Praxisarzt in die Plattform einwählen. Technisch muss in der Praxis ein internetfähiger Computer angeschlossen sein. Rechtlich müssen die Patienten ihr Einverständnis zum Datenabruf erteilt haben.

Anzeige

„Seit Jahresanfang bitten wir jeden Patienten bei der Aufnahme, die Einverständniserklärung dafür zu unterschreiben“, berichtete der Verwaltungsdirektor des Klinikums, Dr. André Dyrna. „Neben dem zuweisenden Arzt sollten auch der Hausarzt und mitbehandelnde Fachärzte dazu berechtigt werden.“ Die Sicherheitsinfrastruktur des Portals umfasst unter anderem den personifizierten Zugang und die automatische Löschung der im Ärzteportal gespeicherten Patientendaten spätestens nach sechs Monaten.

Die ersten Portalnutzer – zunächst niedergelassene Fachärzte aus dem Raum Dessau-Roßlau – erproben seit Anfang Januar das Online-Netz als Pilotpraxen. „Der digitale Informationsaustausch zwischen den Praxiskollegen und unseren Klinikärzten wird die Schnittstellen von Einweisung und Entlassung besser verzahnen“, meinte Dr. med. Joachim Zagrodnick, der Ärztliche Direktor des Klinikums. Je besser die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, desto erfolgreicher gelinge auch die Versorgung der Patienten. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema