ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2014Gerichtsgutachten: Richter oft überfordert
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Ihr Artikel über die Beeinflussung der Gutachter habe ich mit Interesse gelesen. Auch ich habe entsprechende Hinweise beobachtet.

Darüber hinaus habe ich jedoch noch den Eindruck, dass bestimmte Gutachter auch gegen den Widerspruch des Rechtsanwaltes vom Gericht ausgewählt werden und dann fachlich nicht ausreichend vorgebildet sind, um ein stichhaltiges Gutachten nach den geltenden Richtlinien zu erstellen. Wenn zum Beispiel ein Arbeitsmediziner ein Gutachten mit orthopädischer Fragestellung erstellen soll (ich will keinem Arbeitsmediziner auf den Fuß treten), ist das Risiko einer Fehlbeurteilung relativ groß. Wenn dann ein solches Gutachten die Beurteilung des Richters beeinflusst, wird das Leben des Verfahrensbeteiligten eventuell grundlos massiv beeinträchtigt. Ich meine deshalb, dass sich interessierte Fachgutachter bei den Gerichten anbieten sollten, eine entsprechende Fortbildung für die Richter abzuhalten. Die Richter sind in der Regel überfordert, Fallstricke in der Begutachtung zu erkennen. Auf der anderen Seite hilft bei entsprechender Aufklärung häufig gesunder Menschenverstand, um völlig aus der Regel fallende Begutachtungen zu erkennen.

Dr. Manfred Spyra, 24119 Kronshagen

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