ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2014Systemische Therapie: Prüfung als Richtlinienverfahren

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Systemische Therapie: Prüfung als Richtlinienverfahren

PP 13, Ausgabe April 2014, Seite 148

Bühring, Petra

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Der G-BA prüft, ob bei der systemischen Therapie ein Nachweis des Nutzens, der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit belegbar ist. Foto: Gemeinsamer Bundes­aus­schuss
Der G-BA prüft, ob bei der systemischen Therapie ein Nachweis des Nutzens, der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit belegbar ist. Foto: Gemeinsamer Bundes­aus­schuss

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) prüft zurzeit, ob die systemische Therapie als Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bei Erwachsenen und damit als weiteres Richtlinienverfahren anerkannt werden kann (siehe auch „Das Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Schweitzer“, Heft 11/2013).

Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) hat sich für eine Anerkennung der systemischen Therapie ausgesprochen und hierzu eine Stellungnahme abgegeben. Darin wird auf zahlreiche wissenschaftliche Studien als Beleg für die Wirksamkeit und den Nutzen des Verfahrens verwiesen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und die Systemische Gesellschaft haben eine Stellungnahme verfasst, in der auf mehr als 20 Primärstudien verwiesen wird, die seit der Anerkennung durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) 2008 den Forschungsstand „ergänzen und untermauern“.

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Der WBP bestätigte damals die Wirksamkeit des Verfahrens in der Behandlung von Erwachsenen für die Anwendungsbereiche affektive Störungen (F3), Essstörungen (F50), psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F54), Abhängigkeiten und Missbrauch (F1, F55), Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F2). Außerdem empfahl der WBP die systemische Therapie als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Der G-BA prüft nun, ob bei der systemischen Therapie ein Nachweis des Nutzens, der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit belegbar ist. „Wir hoffen auf einen zügigen Verlauf des Bewertungsverfahrens, damit auch gesetzlich Krankenversicherte von diesem effektiven Verfahren profitieren können“, sagt Enno Hermans, Vorsitzender der DGSF. PB

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