ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2014Paarkonflikte: Gelungener schematherapeutischer Ansatz

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Paarkonflikte: Gelungener schematherapeutischer Ansatz

PP 13, Ausgabe April 2014, Seite 185

Henn-Mertens, Gisela

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Die erfahrenen Schematherapeuten Eckhard Roediger, Wendy Behary und Gerhard Zarbock haben eine Fülle fundierter Kenntnisse über das Gelingen von Partnerschaften in diesem kompakten Ratgeber zusammengetragen und im schematherapeutischen „Modusmodell“ zusammengeführt. Aus diesem werden stringent Ansatzpunkte zur Veränderung von Konflikt fördernden Beziehungsmustern abgeleitet und konkrete Übungen zur Selbstreflexion und Verhaltensänderung vorgestellt.

Im ersten Kapitelpaar werden die Konzepte der Schemata als „Erlebnismuster von früher“ und der Modi als „aktuelle Persönlichkeitszustände“ vorgestellt und detailliert beschrieben. Die „Moduslandkarte“ aus den Online-Materialien erleichtert die selbstständige Analyse der eigenen Modi. Die Ursache für konflikthafte Paarbeziehungen wird in dem Zusammentreffen der dysfunktionalen Bewältigungsmodi der Partner gesehen, die einem wechselseitigen Verstehen und Versorgen der zugrunde liegenden Bedürfnisse im Weg stehen.

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Die folgenden zwei Kapitel widmen sich weiteren Bedingungen, die zu schwierigen Partnerschaften beitragen. Es geht um das Aushandeln von Rollen, die Förderung der positiven Reziprozität und die Bedeutung gemeinsamer Aktivitäten. Verschiedene Phasenmodelle der Entwicklung von Partnerschaften werden vorgestellt. Das Anwendungskapitel geht ausführlich auf Deeskalationsstrategien ein. Selbstreflexion, Achtsamkeit und Selbstfürsorge werden angeleitet. Erst auf dieser Basis sind Zwiegespräche erfolgversprechend.

Das abschließende Kapitelpaar bietet eine Fülle von Empfehlungen, wie Partner ihre Beziehung „pflegen“ können. Die Anregungen reichen von der Etablierung von Ritualen über gemeinsame Aktivitäten, die Vertiefung gegenseitigen Verstehens durch wechselseitiges Kennenlernen der Lerngeschichte und Anleitungen zur gemeinsamen Schema- und Modusanalyse bis zu Hinweisen zur Förderung positiver Sexualität.

Die Autoren haben einen rundum gelungenen Ratgeber für Paare verfasst, die über ihre Beziehung reflektieren und Ansatzpunkte für Veränderungen finden möchten. Das Buch kann Paare motivieren, frühzeitig auch therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen und ist dann ein hilfreicher Begleiter der therapeutischen Arbeit. Die verfügbaren Online-Materialien erleichtern die Reflexion – sowohl für die Partner als auch im Einsatz durch einen Paartherapeuten. Dieser sollte jedoch mit der Schematherapie nach Young vertraut sein, um die schema-spezifischen Interventionen angemessen umsetzen und die Gestaltung seiner Therapeutenrolle entsprechend ausrichten zu können. Gisela Henn-Mertens

Eckhard Roediger, Wendy Terrie Behary, Gerhard Zarbock: Passt doch! Paarkonflikte verstehen und lösen mit der Schematherapie. Beltz, Weinheim 2013, 223 Seiten, gebunden, 24,95 Euro

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