ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2014Patientensicherheit: Mehr Pflegepersonal, weniger Behandlungsfehler

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Patientensicherheit: Mehr Pflegepersonal, weniger Behandlungsfehler

Dtsch Arztebl 2014; 111(15): A-615 / B-531 / C-511

Krüger-Brand, Heike E.

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Mehr Pflegepersonal in Kliniken trägt nach Meinung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) dazu bei, Behandlungsfehler zu vermeiden. „Je weniger Pflegekräfte im Einsatz pro Patient sind, desto mehr Fehler passieren durch Überlastung“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. med. Hartmut Siebert beim „Gemeinsamen Kongress zur Patientensicherheit“ in Hamburg. Jeder Schaden durch eine Behandlung führe nicht nur zu menschlichem Leid, sondern auch zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem.

Eine zu hohe Arbeitsbelastung begünstigt Fehler und gefährdet die Sicherheit. Foto: picture alliance
Eine zu hohe Arbeitsbelastung begünstigt Fehler und gefährdet die Sicherheit. Foto: picture alliance
Siebert kritisierte, dass es bislang keine gesetzlich vorgesehene umfassende Dokumentation und Auswertung von Behandlungsfehlern gibt. Bei den jährlichen Daten des Medizinischen Dienstes der Kran­ken­ver­siche­rung oder der ärztlichen Gutachter- und Schlichtungsstellen handele es sich eher um „Stichproben“, die eine Ursachenanalyse nur partiell ermöglichten. Allein damit ließen sich aber Konzepte zur Vermeidung von Fehlern entwickeln.

Zudem ist die Entschädigung von Opfern medizinischer Behandlungsfehler nach Auffassung von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) lückenhaft. Oft sei es schwierig, Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Patienten sollten daher unbürokratisch durch einen über eine bundesmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts finanzierten Härtefallfonds unterstützt werden. Prüfer-Storcks sprach sich ebenfalls für eine neue Fehlerkultur aus (siehe auch „Viel erreicht – viel zu tun“ in diesem Heft.) KBr

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