ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2014Digital Health: Zur Praxis einer vernetzten Gesundheitswirtschaft

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Digital Health: Zur Praxis einer vernetzten Gesundheitswirtschaft

Dtsch Arztebl 2014; 111(15): A-646 / B-558 / C-538

Krüger-Brand, Heike E.

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Digital Health als „Sammelbezeichnung für die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basierenden Instrumente zur Verbesserung von Prävention, Diagnose, Behandlung sowie der Kontrolle und Verwaltung im Bereich Gesundheit und Lebensführung“ ist in Europa und darüber hinaus inzwischen mehr oder weniger erfolgreich in die Praxis vorgedrungen. In Deutschland allerdings stecken Gesundheitstelematik und E-Health trotz hoher Innovationspotenziale und ihrer volks- und betriebswirtschaftlichen Bedeutung noch weitgehend in den Kinderschuhen, so die Herausgeber des vorliegenden Praxisleitfadens. Das gilt auch für die wissenschaftliche Forschung und Förderung, da die Anreize zu wissenschaftlichen Untersuchungen hierzulande stark davon abhängen, inwiefern diese Verfahren das Potenzial bieten, in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen übernommen zu werden.

In dem Handbuch stellen unterschiedliche Akteure des Gesundheitswesens ihre Erfahrungen, Forderungen und die geltenden Rahmenbedingungen für elektronische Gesundheitsdienste in Deutschland vor. Der Leser erhält zwar keinen systematischen Überblick über das komplexe Thema, wohl aber informative Einblicke in diesen Zukunftsbereich. Neben grundlegenden Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit beim Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten geht es unter anderem um die elektronische Patientenakte als Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte. Der Leser erfährt, welche Rolle die gematik beim Aufbau der bundesweiten sicheren Tele­ma­tik­infra­struk­tur spielt. Ein weiteres Kapitel geht auf juristische, medizinische und politische Probleme der Telemedizin sowie auf Lösungsansätze telemedizinischer Verfahren für die Patientenversorgung ein, wobei anzumerken ist, dass der Informationsstand hier teilweise nur bis Ende 2012 reicht.

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Ein umfangreiches Kapitel widmet sich der Entwicklung der digitalen Medizintechnik und untersucht, wie Unternehmen digitale Medizinprodukte am Markt platzieren können und welche gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Einführung von Innovationen gelten. Ebenfalls ausführlich wird das Thema Social Media in vier Beiträgen – aus Sicht von Krankenhäusern, der Wissenschaft, der pharmazeutischen Industrie und der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung – behandelt. Den roten Faden bilden dabei die Herausforderungen für Unternehmen bei der Umsetzung und die rechtlichen Stolpersteine.

Heike E. Krüger-Brand

Jan Byok, Alexander Csaki (Hrsg.): Handbuch Digital Health. Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt, Düsseldorf 2013, 421 Seiten, gebunden, 98 Euro

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