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Weniger Numerus clausus?

Medizin studieren, 2/2014: 5

Richter-Kuhlmann, Eva

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Chirurgen wollen mehr Männer

Deutschlands Chirurgen würden Abiturienten gern teilweise unabhängig vom Numerus-clausus-Prinzip zum Medizinstudium zulassen, erklärte Prof. Dr. med. Matthias Anthuber, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Konkret schlägt der Chirurg vor, einen Teil der Zulassungen auf Basis eines halbjährigen Pflegepraktikums und eines Gesprächs erfolgen zu lassen. Anthuber kritisierte, dass das derzeitige System zu einer ungleichen Geschlechterverteilung und zu weniger männlichem Nachwuchs für die Chirurgie führe. Ein Großteil der Medizinstudierenden seien Frauen, da Mädchen generell bessere Abiturnoten erzielten als Jungen. Seine These: Jungen, die „Bastler“ und „Tüftler“ sind, würden ihre Schulzeit nur selten mit einem Durchschnitt von 1,0 bis 1,2 abschließen. Die handwerklichen Talente gingen so der Medizin verloren.

Medizinstudierende halten dagegen

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Kritik an dieser Argumentation kommt von Ulmer Medizinstudierenden. Sie schickten einen offenen Brief an die chirurgischen Fachgesellschaften, der „medizin studieren“ ebenfalls vorliegt. Darin kritisieren sie die Annahme der Chirurgen, dass mehr männliche Studienanfänger gleichzusetzen seien mit mehr chirurgischem Nachwuchs. „Nach unserer Erfahrung begegnen Frauen ihren männlichen Kollegen in handwerklichen Dingen auf Augenhöhe“, schreiben sie und fordern stattdessen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Familienfreundlichkeit in der Chirurgie – für Frauen wie für Männer. ER

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