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Was macht eine . . .: Hebamme?

Medizin studieren, 2/2014: 30

Osterloh, Falk

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Text: Falk Osterloh

Foto:mauritius images
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Der Beruf der Hebamme steht zurzeit im Mittelpunkt des politischen Interesses. Grund dafür sind die steigenden Haftpflichtversicherungsprämien. Im Jahr 1998 lag eine solche Prämie bei 394 Euro – im Jahr 2010 bei 3 689 Euro. Es gehe heute um das Überleben des Berufsbildes, sagen Oppositionspolitiker. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat das Problem zur Chefsache erklärt und führt Gespräche mit Krankenkassen, der Versicherungswirtschaft und Hebammenverbänden.

Hebammen betreuen schwangere Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett. Sie sind in einem Krankenhaus angestellt oder arbeiten freiberuflich als Beleghebamme. Beleghebammen können Geburtshilfe, also die Überwachung des Geburtsvorgangs von Beginn der Wehen an, Hilfe bei der Geburt und Überwachung des Wochenbettverlaufs ohne Hinzuziehung eines Arztes auch im häuslichen Umfeld der Schwangeren oder in einem Geburtshaus durchführen. In einem Krankenhaus ist ein Arzt laut Hebammengesetz dazu verpflichtet, eine Hebamme während einer Geburt hinzuzuziehen.

Mit Ausnahme der Ultraschalluntersuchungen können Hebammen alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Während der Schwangerschaft untersuchen sie den Urin, führen Abstriche und vaginale Untersuchungen durch und kontrollieren die Herztöne des Kindes. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren sie im Mutterpass, in dem diese vom Gynäkologen eingesehen werden können. Die Betreuung nach der Schwangerschaft umfasst es unter anderem, die Mütter beim Stillen zu unterstützen, einen möglichen Dammschnitt zu versorgen oder die Eltern in der Babypflege anzuleiten.

Die Ausbildung zur Hebamme dauert drei Jahre. Sie wird an Hebammenschulen vorgenommen, die überwiegend Krankenhäusern angeschlossen sind. Auch wenn der Beruf fast ausschließlich von Frauen ausgeübt wird, darf er ebenso von sogenannten Entbindungspflegern verrichtet werden.

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