ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2014E-Health-Studie: Der gesundheitsbewusste Konsument als Treiber

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E-Health-Studie: Der gesundheitsbewusste Konsument als Treiber

Dtsch Arztebl 2014; 111(16): A-698 / B-604 / C-582

Krüger-Brand, Heike E.

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Der kürzlich veröffentlichte Report „Perspektive E-Health: Consumer-Lösungen als Schlüssel zum Erfolg?“ der Unternehmensberatung Deloitte zeigt Potenziale und Entwicklungen der Digitalisierung bei Gesundheit und Fitness auf. Ein entscheidender Faktor sind dabei Smartphones und Tablets: Nach Schätzungen der Experten werden Ende 2014 bereits 45 Prozent der Deutschen ihre privaten Endgeräte für digitale Gesundheitsangebote verwenden. Damit treiben sie die Digitalisierung der Gesundheitsbranche hierzulande „bottom up“ von der Verbraucherseite voran.

Mehr als die Hälfte der Hobbysportler nutzt das Smartphone beim Sport in Verbindung mit einer Fitness-App. Foto: Fotolia/julief514
Mehr als die Hälfte der Hobbysportler nutzt das Smartphone beim Sport in Verbindung mit einer Fitness-App. Foto: Fotolia/julief514

So ist es der Studie zufolge nicht ein Großprojekt wie die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der damit verbundene Aufbau der bundesweiten Tele­ma­tik­infra­struk­tur, das die Entwicklung beflügelt. Den Schub bringt vielmehr der zweite Gesundheitsmarkt aus den privat finanzierten Gesundheitsprodukten, -diensten und -applikationen. Dazu zählen vor allem Gesundheitsportale, Apps, Fitness-Tools, Mess- und Assistenzsysteme und das Vitaldaten-Monitoring.

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Starkes Wachstum verspricht aus Sicht der Deloitte-Experten der Markt für E-Health-Apps, von denen derzeit bereits mehr als 100 000 erhältlich sind. Schon heute verwenden beispielsweise 57 Prozent der deutschen Hobbysportler ihr Smartphone beim Sport in Verbindung mit einer Fitness-App.

Ein anderes Wachstumssegment ist die digitale Überwachung von Vitaldaten wie Blutzucker und -druck oder Gewicht. Dieser Bereich lässt sich laut Studie in drei Segmente unterteilen: krankheitsbegleitende Kontrollsysteme für chronisch Kranke, gesundheitsorientierte Trainingssysteme und intelligente Notrufsysteme. In den kommenden Jahren sei hier ein Entwicklungsschub zu erwarten – unter anderem wegen der zunehmenden Verbreitung von „Wearable Devices“, prognostizieren die Experten.

Die Treiber der E-Health-Entwicklung beruhen jedoch nicht nur auf technologischen, sondern auch auf gesellschaftlichen Faktoren: Einen wesentlichen Einflussfaktor sehen die Autoren in dem stetig steigenden Gesundheits- und Fitnessbewusstsein mit einer hohen Zahlungsbereitschaft für entsprechende Dienste und Produkte. Hinzu kommt die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft – auch über die „Digital Natives“ hinaus. Die hohe Verfügbarkeit von Mobilfunknetzen und immer neue digitale Endgeräte mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten werden als weitere Faktoren genannt.

Der nächste Schritt bei der Entwicklung von E-Health-Angeboten ist die Ausweitung vom zweiten auf den ersten Gesundheitsmarkt. Hierzu bedarf es einer „Professionalisierung und Mehrwertgenerierung“ durch das Einbeziehen von Ärzten. „Entscheidend für den Erfolg ist die Verzahnung von Consumer E-Health mit professionellen, medizinischen Leistungsangeboten“, heißt es in der Studie. In Kombination mit einer stärkeren Eigenverantwortung der Patienten könnte so allmählich ein System verbundener Module entstehen, das den Weg zu einer vollständigen Digitalisierung und Vernetzung der Gesundheitsbranche ebnet. KBr

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