ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2014Stentimplantation bei Nierenarterienstenosen: Stents ohne Vorteil gegenüber konservativer Therapie

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Stentimplantation bei Nierenarterienstenosen: Stents ohne Vorteil gegenüber konservativer Therapie

Dtsch Arztebl 2014; 111(16): A-694 / B-601 / C-579

Siegmund-Schultze, Nicola

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Nierenarterienstenosen können die Entwicklung eines persistierenden Bluthochdrucks und einer ischämischen Nephropathie mit entsprechenden Folgeerkrankungen begünstigen. Nichtkontrollierte Studien haben ergeben, dass die Dilatation von stenosierten Nierenarterien oder Stentimplantationen den Blutdruck signifikant senken und sich positiv auf die Nierenfunktion auswirken können, zwei randomisierte Studien hatten in Bezug auf die Nierenfunktion keinen Vorteil ergeben. Nun ist in einer weiteren randomisierten Studie untersucht worden, ob die Implantation von Stents in stenosierten Nierenarterien bei Patienten mit arteriosklerotischen Blutgefäßverengungen renale und kardiovaskuläre Ereignisse verhindern kann. 947 Patienten mit systolischem Bluthochdruck (> 155 mm Hg unter mindestens 2 Medikamenten) oder chronischer Niereninsuffizienz (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate < 60 mL/min) wurden eingeschlossen und 1 : 1 randomisiert. Eine Gruppe erhielt weiter ausschließlich Medikamente (leitlinienentsprechend), die zweite zusätzlich Stents in allen Nierenarterien mit einem Stenosierungsgrad von ≥ 60 %. Der primäre kombinierte Endpunkt war definiert als renal oder kardiovaskulär bedingter Tod, Myokardinfarkt, Apoplex, Hospitalisierung wegen Herzerkrankung oder Progression der Nierenerkrankung.

Im Verlauf von median 43 Monaten erreichten 35,1 % in der Stentgruppe und 35,8 % unter Medikation allein den primären Endpunkt, so dass sich kein statistischer Unterschied ergab. Für den systolischen Blutdruck ergab sich eine moderat höhere Senkung in der Stentgruppe (–2,3 mm Hg) als unter medikamentöser Therapie allein.

Fazit: Stentimplantationen in stenosierten Nierenarterien haben keinen signifikanten Vorteil in Bezug auf die Prävention klinisch relevanter Ereignisse im Vergleich zur medikamentös-konservativen Therapie. Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Cooper CJ, Murphy TP, et al.: Stenting and medial therapy for atheroslerotic renal-artery stenosis. NEJM 2014; 370: 13–22.

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