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Erste Erfahrungen mit der neu eingerichteten zentralen Prüfstelle bleiben leider weit hinter den Erwartungen an eine Qualitätssteigerung für Präventionskurse zurück. Bisher überprüften die Krankenkassen die Qualifikation des Kursanbieters und die Qualität der Kursinhalte durch Fachleute für Präventionsmaßnahmen selbst. Von der zentralen Prüfstelle wird jetzt die Einspeisung von Texten und Dokumenten in eine Online-Datenbank gefordert. So werden neben ausführlichen Stundenbildern auch genaue Begründungen der Zielgruppen erwartet.

Dies führte dazu, dass nun Kurse von Physiotherapeuten, die seit Jahren erfolgreich von den Krankenkassen anerkannte Präventionskurse anbieten, nicht mehr zertifiziert wurden. Hindernis war hierbei nicht die Qualifikation oder Erfahrung der Anbieter, sondern das Ausfüllen der komplexen Datenbankmasken der zentralen Prüfstelle. Es wurden von der zentralen Prüfstelle skurril anmutende standardisierte Ablehnungen mit vagen Begründungen verschickt . . .

Telefonische Rückfragen bei der zentralen Prüfstelle konnten leider nicht fachgerecht beantwortet werden, da die Zertifizierungen nicht von Fachleuten für Medizin oder Sport, sondern zumindest teilweise von Verwaltungsfachangestellten und Datenbankadministratoren durchgeführt werden . . . Inzwischen gibt es im Internet kostenfreie Vorlagen von Begründungen für Zielgruppen und Stundenpläne. Diese können in die Datenbankmasken der zentralen Prüfstelle kopiert werden, welche sodann den Kurs anerkennt.

Ein Qualitätsgewinn für Kursteilnehmer lässt sich so sicher nicht erreichen. Eher ein Bürokratiemonster mit sinkender Zahl von geförderten Präventionskursen . . .

Dr. med. Bernd Scholz, 67063 Ludwigshafen

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    Asana
    am Mittwoch, 9. September 2015, 13:42

    Methode?

    Ich kann die genannten Probleme im Artikel nur bestätigen, aktuell wurde die Zertifizierung bzw. Rezertifizierung meiner Kurse (seit 8 Jahren wurden sie bezuschusst!) bestätigen. Die genannten Gründe sind vielfältig, bei jeder Nachforderung oder Ablehnung werden sich neue Sachen überlegt, die Technik ist aufwendig oder funktioniert nicht und dies führt bei vielen Yogalehrenden dazu, dass sie sich aus dem System verabschieden und somit die Kurse für die Teilnehmer auch nicht mehr bezuschusst werden. Über die Qualität der Kurse sagt das überhaupt nichts aus aber die Kosten sinken. Der Verdacht erhärtet sich bei mir, dass dahinter Methode steckt und dies leider derzeit auch funktioniert.
    Norman Sieg
    am Samstag, 19. April 2014, 23:49

    Probleme mit der Verfahrensweise und der Auslegung des Leitfadens durch Zentrale Prüfstelle Prävention

    Die Unstimmigkeiten haben es nun sogar in das Ärzteblatt "geschafft". Vielen Dank an Herrn Dr. Scholz. Seit Ende Februar befinde ich mich hinsichtlich einer Rezertifizierung eines Kurses aus dem Jahre 2007 quasi im Widerspruchsverfahren. Näheres dazu hier:
    http://www.s-k-a-g.de/Präventionskurs-Zertifizierung-Widerspruch.pdf
    Wenn nun auch Ärzte diese Problematik aufgenommen haben, bitte ich gleichgesinnte Mediziner um Unterstützung. DENN die Zentrale Prüfstelle Prävention ist ein "Betriebszweig" der Team Gesundheit GmbH. An diese GmbH wurde von den Krankenkassen das Prüfverfahren ausgelagert. Diese GmbH beruft sich nun auf den Leitfaden 2010, für den wiederum der Spitzenverband der GKV verantwortlich zeichnet. Dieser nun - laut einem Antwortschreiben - ist jedoch nicht für die Einhaltung des Leitfadens zuständig und wohl auch nicht berechtigt die Krankenkassen zu überprüfen. Der Spitzenverband ist also für die Überprüfung der Prüfstelle nicht zuständig und die GKV auch nicht. Das pikante an dem Zertifizierungsverfahren ist jedoch, dieses Verfahren ist nicht bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAKKS) akkreditiert. Wie z.B. das beim TÜV Süd der Fall ist im Zusammenhang mit Kpompetenzzertifikaten (Berufsausbildung). U.U. müsste geprüft werden, welche juristischen Schritte erfolgversprechend sind. Kann jemand helfen?

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