ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 2/2014ConhIT 2014, 6. bis 8. Mai in Berlin: Bessere Versorgung durch Gesundheits-IT

Supplement: PRAXiS

ConhIT 2014, 6. bis 8. Mai in Berlin: Bessere Versorgung durch Gesundheits-IT

Dtsch Arztebl 2014; 111(17): [4]

Krüger-Brand, Heike E.

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Mehr Effizienz, Effektivität und Transparenz soll der IT-Einsatz im Gesundheitswesen bringen. Einen Überblick über Lösungen und Trends gibt der Branchenevent aus Kongress, Akademie, Networking und Messe.

Wenn Anfang Mai auf dem Berliner Messegelände die „ConhIT – Connecting Healthcare IT“ ihre Pforten öffnet, stehen für drei Tage IT-Lösungen für das Gesundheitswesen im Zentrum. Der Branchen- und Expertentreff, auf dem mehr als 340 Aussteller innovative Produkte und Dienstleistungen aus dem gesamten Bereich der Gesundheitstelematik und der Telemedizin in mittlerweile drei Messehallen präsentieren, steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Hermann Gröhe. Die etwa 6 000 Fachbesucher erwartet ein umfangreiches Programm aus circa 150 Veranstaltungen, die das gesamte Themenspektrum der Branche abdecken, darunter Kongresssessions, Workhops, Akademieseminare, Podiumsdiskussionen, Karriere-Events und Business-Meetings (www.conhit.de). Die Veranstaltung wird vom Bundesverband Gesundheits-IT gemeinsam mit weiteren Branchenverbänden ausgerichtet. Zielgruppe sind niedergelassene und Krankenhausärzte, Vertreter von Ärztenetzen und Medizinischen Versorgungszentren sowie Entscheider aus den IT-Abteilungen, im Management sowie in Medizin und Pflege.

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Partnerland der ConhIT 2014 ist Dänemark. Das ist insofern für das Fachpublikum aus dem stationären Sektor interessant, als das Land derzeit etwa ein Drittel seine Krankenhäuser grundlegend modernisiert. Bei den 16 großen Bauvorhaben, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren in Angriff genommen werden, spielt die Integraton von innovativen IT-Lösungen eine zentrale Rolle. Patientenpfade und Arbeitsprozesse sollen dabei noch sicherer und effektiver gestaltet werden. Einige Anwendungsbeispiele sind laut Veranstalter auf der Industriemesse und beim Kongress thematisch vertreten.

Blick ins Ausland

Neben dem Länderpavillon aus Dänemark gibt es zudem aus dem europäischen Umfeld eigene Schauen für Belgien, Österreich und die Schweiz. Erstmalig sind außerdem Aussteller aus den USA in einem eigenen Pavillon vertreten. Unter anderem stellen sie Lösungen vor, die in den USA in den vergangenen Jahren im Rahmen der Initiative „Meaningful Use“ (sinnvoller IT-Einsatz im Gesundheitswesen) entwickelt wurden (Informationen: www.conhit.de/Industrie-Messe/SonderflaechenUndLaenderpavillons).

Einer der Themenschwerpunkte sowohl des Kongresses als auch der Industrieausstellung ist die Prozessunterstützung durch IT, sichtbar etwa an Kodierungslösungen und Terminologieservern. So stellt 3M Health beispielsweise die Lösung „Computer-assisted Coding“ vor, eine Software mit lernender Wissensdatenbank, die Kodiervorschläge generiert und gegebennefalls auf fehlende Informationen im Kodierkontext hinweist.

Die Firma ID präsentiert ihren Terminologieserver ID Logik in Verbindung mit einem semantischen Netzwerk (ID Macs). Eine solche Lösung werde überall dort interessant, „wo die Ansprüche über die reine Kodierung hinausgehen“, erläutert Daniel Diekmann, Geschäftsführer des Unternehmens. „Wenn beispielsweise eine inhaltliche Auswertung von Freitext gewünscht ist oder unterschiedliche Daten-Repositories im Krankenhaus gemeinsam analysiert werden sollen, dann führt am Terminologieserver kein Weg vorbei.“ Auch im Kontext der Arznei­mittel­therapie­sicherheit gibt es Diekmann zufolge relevante Anwendungen, zum Beispiel die Überprüfung von Kontraindikationen mittels Freitextanalysen.

Weitere Innovationstreiber sind mobile Lösungen und Cloud Computing. Der Praxissoftware-Anbieter Medatixx etwa stellt eine neue Praxissoftware vor, die eine Hybridlösung aus lokaler und Cloud-Datenhaltung realisiert. Sie ist vor allem für Praxen geeignet, die ein kleineres Spektrum an Programmfunktionen benötigen und keine Berührungsprobleme mit der Online-Welt haben. Bestellung und Installation der Software werden ebenso wie Updates online bereitgestellt. Sämtliche patientenbezogenen Daten werden weiterhin lokal in der Arztpraxis gespeichert und verbleiben so in der Obhut des Arztes. Daten aus öffentlichen, datenschutzrechtlich unbedenklichen Katalogen – wie EBM-Ziffern, ICD-10 und Arzneimitteldatenbanken – werden hingegen in der Cloud vorgehalten. Dadurch sinkt die Datenmenge, die auf dem Praxisrechner gespeichert werden muss; gleichzeitig ist die Aktualität dieser Daten stets sichergestellt.

E-Health-Services

Die CompuGroup Medical AG (CGM) und Microsoft wollen im Rahmen einer Kooperation mobile Services für eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation auf Basis der „CGM Life eServices“ und Windows 8.1 auf den Weg bringen. Mit den E-Health-Services von CGM können sich Ärzte mit Patienten vernetzen, etwa um Arzttermine oder Rezepte zu buchen, in einen sicheren Online-Dialog zu treten oder Befunde zu verwalten. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden mobile Anwendungen, wie die Patienten-App „myDoktor“ und mobile Terminbuchungs-Apps für den Arzt, für die „Windows 8.1“-Plattform entwickelt. Grundlage hierfür ist die Kryptoplattform von CGM, in der medizinische Daten sicher gespeichert werden können. Sie wird mit einem Software Development Kit ausgestattet, mit dem Partner mobile „Windows 8.1“-Health-Apps entwickeln und die Medical Cloud der CGM nutzen können.

Auch die Deutsche Telekom bietet im Rahmen ihres Konzerngeschäftsfelds Gesundheit seit Jahren cloudbasierte Lösungen und „Software as a Service“ an. Nach der Übernahme des Klinikinformationssystemanbieters BrightOne Healthcare will das Unternehmen solche Lösungen stärker auch im KIS-Umfeld platzieren. Bei der ConhIT präsentiert der Konzern seine E-Health-Lösungen auf zwei Ständen: An dem einen Stand werden die „traditionellen“ Anwendungen wie Telemedizin, Tumorkonferenzen und SAP-Software gezeigt, am anderen Stand steht das Krankenhausinformationssystem (KIS) iMedOne im Zentrum. Demonstriert wird unter anderem, wie Touchscreen-basierte Patientenunterhaltungssysteme mit dem KIS gekoppelt werden können. Ein Beispiel dafür, dass sich das KIS künftig zunehmend von einem monolithischen Funktionsblock hin zu einem „Orchestrator einer modularen, flexiblen Applikationslandschaft“ wandelt, wie Timo Baumann, Leiter Kliniken bei der Telekom Healthcare Solutions, meint.

Agfa HealthCare zeigt einen klinischen Arbeitsplatz, den der klinische Nutzer weitgehend selbst gestalten kann („Synopsis Extended Framework“). Umständliches Navigieren durch nicht benötigte Funktionen soll dadurch vermieden werden. „Letztlich geht es darum, den gesamten Patientenprozess von der Aufnahme des Patienten bis zu seiner Entlassung zu straffen, ohne dabei den Prozess durch das IT-Produkt vorzugeben. Am Ende gewinnt das Personal durch flüssige Abläufe mehr Zeit für den Patienten. Fehler, die durch Unübersichtlichkeit entstehen, werden vermieden“, erläutert Michael Strüter, Geschäftsführer des Unternehmens.

Wer sich nicht als Einzelkämpfer durch die Industrieausstellung bewegen möchte, kann sich einem geführten Messerundgang anschließen: Führungen gibt es zu den Themen Mobility, Interoperabilität, Pflege, digitale Aktensysteme Arznei­mittel­therapie­sicherheit und Telemedizin.

Heike E. Krüger-Brand

„mHealth Summit Europe“ als Parallelveranstaltung

Der bvitg – Bundesverband Gesundheits-IT e. V. und HIMSS Europe, die europäische Niederlassung des weltweit größten Anwenderverbands für Health-IT haben Ende 2013 eine Kooperation vereinbart, um gemeinsam mehr Transparenz über die Marktentwicklungen zu gewinnen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der gezielte Austausch von Know-how und die Entwicklung von Werkzeugen zur Messbarkeit des IT-Einsatzes und der Verbreitung von IT.

„Damit wollen wir die deutschen Krankenhäuser bei ihren Investitionsentscheidungen unterstützen. Gleichzeitig profitieren die bvitg-Mitglieder jetzt von der Einbindung in die internationalen Aktivitäten der HIMSS; 70 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen sind international aktiv“, begründete Matthias Meierhofer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des bvitg, die Kooperation.

Als erstes Ergebnis der Kooperation richtet HIMSS Europe parallel zur ConhIT den ersten „mHealth Summit Europe“ in Berlin aus (www.mhealthsummit.eu). Die Veranstaltung widmet sich innovativen mobilen Techniken und Applikationen in der Gesundheitsversorgung. Das Spektrum erstreckt sich laut Veranstalter von mobilen IT-Lösungen für Krankenhäuser über mobiles Patientenmonitoring bis hin zu persönlichen Health-Apps für Mobiltelefone.

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