ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 2/2014Stellenangebote: Die beste Fachkraft finden

Supplement: PRAXiS

Stellenangebote: Die beste Fachkraft finden

Dtsch Arztebl 2014; 111(17): [18]

Leicher, Rolf

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Inserat einer Arztpraxis im Printmedium sollte so gestaltet sein, dass möglichst viele Bewerbungen auf die angebotene Stelle eingehen.

Foto: Fotolia/Marco2811
Foto: Fotolia/Marco2811

Wenn eine Arztpraxis mit Stellenangeboten Personal sucht, sollte sie sich darum bemühen, mehrere Bewerbungen zu erhalten, um die beste unter vielen auswählen zu können. Nicht umsonst heißt es in der Arztpraxis „Gutes Personal ist mein Kapital“. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen ihren Wert und können sich beim Arbeitsplatzwechsel ihren Arbeitgeber aussuchen. Das Stellenangebot in der Tageszeitung oder Fachpresse muss also attraktiv sein, damit sich viele bewerben. Gleichzeitig gilt: So wichtig das Inserat auch ist, wer eine Stelle sucht, sieht sich auch im Netz um und begutachtet die Homepage.

Anzeige

Übrigens lesen und bewerten auch Patienten und andere Ärzte Stellenangebote in der Zeitung. So werden Stelleninserate zum Imageträger der Arztpraxis.

Auch im Internetzeitalter sind Inserate bei der Suche nach einer „Medizinischen Fachangestellten“ immer noch aktuell. Print wird trotz Online beachtet, die Arztpraxis sollte beide Wege parallel nutzen. Im Stelleninserat erreicht man potenzielle Interessenten eher aus der Region. Die Tageszeitung hat meist eine Gesamtausgabe und Nebenausgaben, in denen benachbarte Regionen erreicht werden können. Nebenausgaben erhalten denselben „Mantel“ wie die Gesamtausgabe. Nur der Lokalteil unterscheidet sich deutlich. Der Inserierende kann somit die Teilauflage oder die Gesamtausgabe belegen. Die Preisunterschiede fallen auf. Die Anzeigenredaktion berät den Stellenanbieter.

Text und Gestaltung des Inserats

Auch die selbstgestalteten Inserate sollen professionell wirken, um einen hohen Aufmerksamkeitsgrad zu erreichen. Allgemeine Aussagen wie „für unser kollegiales Team suchen wir . . .“ sind nicht gerade überzeugend. Jeder Stellenanbieter stellt sein Team positiv dar. Sinnvoll ist es, wenn ausdrücklich auch auf Teilzeitarbeit hingewiesen wird oder darauf, dass die Arztpraxis auch einer „Wiedereinsteigerin“ die Chance bietet, denn damit vergrößert man den Kreis der Bewerbungen.

In den meisten Stellenausschreibungen wird eine „freundliche, motivierte und engagierte Mitarbeiterin gesucht“. Jede Bewerberin glaubt, diese selbstverständlichen Anforderungen zu erfüllen. Eigenschaften wie „zuverlässig“, „freundlich“ sind selbstverständliche Voraussetzungen und müssen nicht extra erwähnt werden. Die Homepage muss ins Inserat, damit sich Interessenten vorinformieren können. Dagegen sind Floskeln wie „Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung“ entbehrlich. Interessant sind zudem eher fachliche Voraussetzungen oder das Datum der Einstellung. Auch der Grund, weshalb eine Stelle frei wird, zum Beispiel Mutterschutz, ist für Stellensuchende wichtiger als Floskeln. Das altersbedingte Ausscheiden einer Mitarbeiterin oder ein Umzug sind ebenfalls Gründe, die schlagwortartig im Text genannt werden sollten.

Zur Stellenanzeige gehört zudem die Mail-Adresse – damit hat der Postweg endgültig ausgedient.

Anzeigengröße und Platzierung

Die Platzierung des Stelleninserats auf der Seite wird immer wieder überbewertet. Man hat auch keinen Einfluss auf die Platzierung, aber ein attraktives Inserat fällt auf. Zu den Beurteilungskriterien der Inserate zählen die optische Gestaltung, Textaufteilung, Schriftart und Wortwahl. Aus Kostengründen die Anzeigengröße zu reduzieren, ist nicht sinnvoll. Die Anzeigenfläche darf nicht völlig zugetextet sein.

Eine größere Arztpraxis sollte sich auch für ein größeres Inserat entscheiden, Kleinanzeigen, wie zum Beispiel 25 mm, wirken keinesfalls großzügig. Mit 50 bis 70 mm zahlt man zwar mehr, aber das sollte es der Arztpraxis Wert sein. Zweispaltige Inserate wirken anders als einspaltige im Hochformat. Die symmetrische Textanordnung erscheint konservativer als die Blockanordnung des Textes – man sollte sich das selbst im Computer ansehen. Die Blockform wirkt moderner, sie spricht damit meist die jüngeren Bewerber an. Immer mehr Praxen gehen außerdem dazu über, das Logo in Farbe zu bringen oder den Rahmen der Anzeige farblich zu gestalten.

Eine gute Anzeige wird gelesen, egal ob sie auf der rechten oder linken Seite steht. Leser, die eine Zeitung von vorne nach hinten lesen, achten mehr auf die rechte Seite. Da aber viele „ungeordnet“ lesen, also eine Zeitung oder Zeitschrift durchblättern und nicht chronologisch lesen, sind die Platzierungsregeln von früher nicht mehr voll gültig. Daher kann auch die linke Seite interessant sein. Wer eine Stelle sucht, der liest aufmerksam und sucht den passenden Anbieter ganz gezielt. Fachzeitschriften werden öfter in die Hand genommen als Tageszeitungen, die nur kurz aktuell sind. Ob das Inserat oben oder unten erscheint, ist für den „Suchleser“ nicht von besonderer Bedeutung.

Die beste Werbung sind zufriedene Mitarbeiterinnen, die eine positive Mundpropaganda betreiben und Interesse auslösen können. Neben einem guten Arbeitsklima sind herausfordernde Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten bei Stellenbewerbungen fast wichtiger als das Einkommen. Das Betriebsklima der Praxis hat große Bedeutung und wirkt sich auf die Anzahl der Bewerbungen aus. Das vorhandene Personal ist Botschafter der Arztpraxis, sofern es motiviert ist und sich selbst an die Praxis gebunden fühlt.

Spiegel des Erscheinungsbildes

Wer auf ein Vorabtelefonat der Bewerberin Wert legt, bietet im Inserat die Telefonverbindung an. Am Telefon kann man Fragen vorweg beantworten und die Tätigkeit genau beschreiben. Alternativ kann man in der Online-Jobbörse das Anforderungsprofil definieren.

Auch wenn es nur wenige Worte in einer Anzeige sind, der Text trägt zum Erscheinungsbild des Betriebs bei. Bei der Angabe der Adresse schreibt man heute „Fon“ statt „Tel“. Zu unterscheiden sind auch die Formulierungen „Wir suchen …“ oder „Gesucht wird …“. Das „Wir“ zeigt das Team, die zweite Formulierung wirkt unpersönlicher. Der Hinweis „Bitte bewerben Sie sich …“ wirkt freundlich, braucht aber mehr Anzeigenraum. Das Wort „Kontaktadresse“ genügt vollkommen. Man schreibt auch nicht mehr „Bewerbungen zu Händen“, sondern verzichtet auf „z. Hd.“. Wenn bei der Kontaktperson der Vorname steht, kann man auch auf die Geschlechtsbezeichnung „Herr“ oder „Frau“ verzichten. Was im Text nicht fehlen darf, ist die Wochenarbeitszeit (Stundenzahl) bei Teilzeitbeschäftigung.

Man sollte sich zudem auch die Stellenangebote anderer Arztpraxen ansehen, um daraus ein eigenes unverwechselbares Inserat zu entwickeln. Rolf Leicher

Aktuelle Fragen für Stelleninserate

  • Die linke oder rechte Seite?

Eine gut gestaltete Anzeige wird gelesen – egal auf welcher Seite sie steht. Auch die Platzierung innerhalb der Seite hat an Bedeutung verloren. Wer sich für ein Stellenangebot interessiert, der sucht attraktive Inserate, liest gründlich und vergleicht Stellenangebote.

  • Samstags oder mittwochs inserieren?

Die Mittwochsausgabe der Tageszeitung wird weniger gründlich gelesen. Allerdings ist samstags der Stellenteil so groß, dass schneller etwas überlesen wird. Wichtig sind Stelleninserate vor den gesetzlichen Kündigungsterminen.

  • Hochformat oder Querformat?

Hauptsache, die Anzeige ist nicht quadratisch. Beide Formate können gut wirken. Nur der Wechsel zwischen Hoch- und Querformat wirkt nachteilig, weil der Wiedererkennungseffekt fehlt.

  • Anzeigen wiederholen?

Zwei- bis viermal kann man die Anzeige unverändert wiederholen. Dann sollte der Text geändert werden. Denn kritische Leser denken schnell: Wer längere Zeit sucht, hat wenig Erfolg. Das schreckt potenzielle Bewerberinnen ab.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema