ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 2/2014Kontrollsystem für die Dialyse

Supplement: PRAXiS

Kontrollsystem für die Dialyse

Dtsch Arztebl 2014; 111(17): [32]

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Die mikrobielle Analyse von Flüssigkeitslösungen in Dialyesystemen ist derzeit sehr aufwendig. Foto: dpa
Die mikrobielle Analyse von Flüssigkeitslösungen in Dialyesystemen ist derzeit sehr aufwendig. Foto: dpa
  • Wissenschaftler und Unternehmen arbeiten an einem Verfahren, das die mikrobielle Analyse von Flüssigkeitslösungen in Dialysemaschinen vereinfachen, Nierenpatienten besser schützen und Kosten verringern soll (http://technologiefoerderung-muenster.de). Bei der Dialyse filtert eine Flüssigkeit die Stoffwechselabfallprodukte aus dem Blut und ersetzt damit das lebenswichtige Organ. In der Praxis werden die wasserleitenden Systeme regelmäßig desinfiziert, um die Keimzahl niedrig zu halten. Zudem müssen die Reinigungsmaßnahmen durch regelmäßige Messungen validiert werden. Bisher gibt es jedoch kein Verfahren, das die Anzahl und Art der Keime direkt in Dialysewassersystemen überwachen konnte. Vielmehr ist es üblich, dem Dialysesystem Flüssigkeitslösung zu entnehmen und diese zur mikrobiologischen Prüfung ins Labor zu schicken. Die Latenzzeit zwischen Probenahme und Untersuchungsergebnis kann bis zu einer Woche dauern.

Um diesen Prozess effizienter zu gestalten, will man künftig das Vorkommen von schädlichen Mikroorganismen direkt im Dialysesystem messen und bestimmen, so dass innerhalb von Minuten ein sicheres Ergebnis zur Verfügung steht. Der Fokus liegt dabei auf der Untersuchung wasserführender Systeme in der Nierenersatztherapie, basierend auf nanoskaligen Schichtsilikaten und Fluoreszenzmarkierungen, gekoppelt an passgenauen Antikörpern. Zu diesem Markierungssystem soll die notwendige Hardware in Form eines optischen Detektionssystems entwickelt werden, um relevanter Keime im Dialysewasser nachzuweisen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt „Mikrobiologische Online-Überwachung von Prozesswasser in Dialyse-Kreisläufen“ mit 805 000 Euro. EB

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