ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2014Medizinischer Pluralismus: Meilenstein für eine integrative Medizin

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Medizinischer Pluralismus: Meilenstein für eine integrative Medizin

Dtsch Arztebl 2014; 111(17): A-752

Matthiessen, Peter F.

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Das traditionelle Gegeneinander zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin weicht seit einiger Zeit einem zwar kritischen, aber unvoreingenommenen Miteinander, das zwar die Spreu vom Weizen zu trennen sucht, sodann aber nach den wechselseitigen Ergänzungsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Denk- und Praxisansätzen fragt und die Erarbeitung einer „Integrativen Medizin“ anstrebt. Auf eine höchst gelungene Weise wird in dem nun schon in zweiter Auflage erschienenen Buch von Matthias Girke aufgezeigt, dass es sich bei der anthroposophischen Medizin seit deren Begründung um einen integrativen Einsatz handelt. Ein überzeugendes Beispiel dafür scheint das circa 1 100-seitige Buch zu sein, in dem sich das gesamte zur Inneren Medizin gehörende Krankheitsspektrum gemäß dem Kenntnisstand der konventionellen Medizin, aber erweitert um Aspekte der anthroposophischen Medizin didaktisch höchst geschickt dargestellt findet. Für den Leser wird deutlich, dass die Prinzipien der anthroposophischen Medizin eine anspruchsvolle rationale Fundierung besitzen.

Wohltuend ist, dass Girke die Parteilichkeiten zwischen konventioneller Medizin und anthroposophischer Medizin gar nicht erst aufkommen lässt, sondern aufzeigt, dass eine verantwortungsvolle, individuelle und menschliche Krankenversorgung auf den kritischen Einsatz beider Richtungen angewiesen ist.

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Zweifellos leistet das Buch einen richtungsweisenden Beitrag zur Weiterentwicklung eines interparadigmatischen Dialogs, wie er seit dem Jahr 2000 vom Dialogforum Pluralismus in der Medizin erfolgreich praktiziert wird.

Für jeden Arzt, Internisten, Kliniker, aber auch Medizinstudierenden ist das Buch eine Fundgrube an Anregungen für eine den Kranken umfassend in den Blick nehmende ärztliche Praxis. Peter F. Matthiessen

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