ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2014Resynchronisationsschrittmacher: Sterberate sinkt, aber nur bei Linksschenkelblock

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Resynchronisationsschrittmacher: Sterberate sinkt, aber nur bei Linksschenkelblock

Dtsch Arztebl 2014; 111(17): A-747

Meyer, Rüdiger

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Eine frühzeitige Resynchronisationstherapie bei chronischer Herzinsuffizienz (HI) kann die Prognose der Patienten langfristig verbessern. Ein Überlebensvorteil war in einer Studie allerdings nur nachweisbar, wenn im EKG ein Linksschenkelblock vorlag. Die Resynchronisation erfolgte mit einem Herzschrittmacher, der beide Ventrikel zum gleichzeitigen Herzschlag stimuliert. In den Stadien NYHA III und VI ist das Verfahren schon länger unumstritten.

Für den Einsatz im HI-Frühstadium sprechen die Ergebnisse der MADIT-CRT-Studie*. Hierbei waren 1 820 Patienten (NYHA I oder II) mit einem erhöhten Risiko eines plötzlichen Herztodes randomisiert für die Implantation eines Cardioverter Defibrillator (ICD) oder eines Herzschrittmachers, der ICD- und Resynchronisationstherapie kombiniert (CRT-D). Die Studie wurde nach 2,4 Jahren vorzeitig abgebrochen, als ein eindeutiger Vorteil im CRT-D-Arm erkennbar war.

Das Team um Arthur Moss von der Universität Rochester stellt jetzt die Daten einer Nachbeobachtung vor: Danach waren 7 Jahre nach der Implantation des CRT-D 18 % der Patienten gestorben gegenüber 29 % der Patienten, die nur einen ICD ohne Resynchronisation erhalten hatten (Hazard Ratio 0,59; 95-%-Konfidenzintervall [KI], 0,43– 0,80; p < 0,001). Der absolute Unterschied von 11 % bedeutet, dass auf neun Patienten einer kommt, dem durch den kombinierten Herzschrittmacher das Leben gerettet wurde. Anders war die Situation bei den etwa 30 % Studienteilnehmern mit einer anderen Überleitungsstörung (Rechtsschenkelblock oder intraventrikulärer Block). Hier kam es sogar zu einem Anstieg des langfristigen Sterberisikos (Hazard Ratio 1,57; 95-%-KI 1,03–2,39; p = 0,04).

Fazit: Editorialist Jeffrey Goldberger von der Feinberg School of Medicine in Chicago fordert nunmehr, die Indikation zur Resynchronisationstherapie auf Patienten mit Linksschenkelblock zu beschränken. Rüdiger Meyer

Goldenberg I, Kutyifa V, et. al.: Survival with cardiac-resynchronization therapy in mild
heart failure. NEJM 2014, March 30,
DOI: 10.1056/NEJMoa1401426

*MADIT-CRT-Studie = Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial with Cardiac Resynchronization Therapy

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