ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2014Hirntod: Kriterien verschärfen
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Leider kann man nicht vom Hirntod als der sichersten Diagnose sprechen. So unterscheiden sich die Hirntodkriterien in verschiedenen Industrieländern. Die Kriterien zur Hirntoddiagnostik wurden auch in Deutschland geändert, so wurde vor 1998 zum Nachweis der Irreversibilität auch bei Erwachsenen in jedem Fall eine Wiederholung des Untersuchungsprotokolls gefordert. Seit 1998 reicht hier ein Nulllinien-EEG, das als rein funktionelle Untersuchung nichts über die Irreversibilität aussagt. Es ist ja durchaus denkbar, dass Nervenzellen noch über einen für den Zellerhalt notwendigen Stoffwechsel verfügen, aber der Stoffwechsel für die Funktion zu diesem Zeitpunkt nicht ausreicht. Solche Nervenzellen können sich erholen und später wieder funktionsfähig werden. Auch ist im gegenwärtigen Hirntodprotokoll nur der Ausschluss einer Medikamentenwirkung gefordert, ohne dies näher zu definieren, wie dies zum Beispiel durch Spiegelbestimmung möglich wäre. Selbst die einfache Prüfung, ob eine Muskelrelaxierung vorliegt, ist nicht fix vorgeschrieben. Die Untersuchungsergebnisse von EP, EEG und verschiedenen Hirndurchblutungsuntersuchungen stimmen nicht zu 100 Prozent überein . . .

Der Hirntod muss in der Tat die sicherste Diagnose sein, und diesem Schlusssatz ist unbedingt zuzustimmen, dafür müssten aber die Kriterien für die Feststellung des Hirntodes verschärft werden, auch wenn dadurch die ein oder andere Organentnahme und Transplantation nicht stattfinden kann.

Reiner Klick, 44869 Bochum

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