ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2014Gesundheitspolitik: Budgets gehören abgeschafft
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Die Praxisbudgets müssen weg! Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde festgelegt, dass die Wartezeit für Patienten auf einen Facharzttermin verkürzt werden sollte. Damit stellt die Politik erneut die Ärzte als unfähig im Praxismanagement, faul und gierig auf Privatpatienten hin.

Die einzige Antwort unseres Ärztekammerpräsidenten Dr. Montgomery darauf ist der Vorschlag auf eine „Dringlichkeitsüberweisung“ vom Hausarzt. Als wenn die Ärzte nicht alle äußerst bemüht wären, Notfälle umgehend zu behandeln!

Kein Wort hat Dr. Montgomery zur Ursache der angeblich langen Wartezeiten gesagt: zu den Praxisbudgets.

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In unserer gynäkologischen Gemeinschaftspraxis werden alle Patienten behandelt, die zu uns kommen. Der Verlust durch die Budgetierung entspricht bei uns pro Quartal ungefähr dem Wert der Behandlung von 400 Patienten, ganz abgesehen von den Behandlungsterminen nach der Erstvorstellung des Patienten, die gar nicht vergütet werden.

Wir tun dies für unsere Patientinnen, aber wir haben es satt, dafür ständig verleumdet zu werden. Wir haben es satt, ohne Vergütung für unsere ärztliche Tätigkeit zu arbeiten. Wir wollen die Abschaffung der Budgets! Und wir erwarten, dass unser Ärztekammerpräsident uns dabei unterstützt! Dazu gehört auch, dass er Stellung bezieht zur Ausplünderung des Gesundheitsfonds, mit dessen Mitteln eine Abschaffung des Budgets durchaus möglich wäre, hätte nicht die Bundesregierung ihre gesetzlich festgelegten Zuschüsse (zum Beispiel für die Mitversicherung von Familienangehörigen) gekürzt . . .

Dr. med. Swana Swalve-Bordeaux, 24340 Eckernförde

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Avatar #683247
Dr. Schilbach
am Sonntag, 27. April 2014, 10:20

Jedem sein Budget

Sehr geehrte Frau Dr. Swalve-Bordeaux,
sehr geehrte Mitlesende,

Ihrem Artikel stimme ich mit Nachdruck zu!
In meinem soeben erschienenen Buch "Jedem sein Budget - Die revolutionäre Alternative für unser krankes Gesundheitssystem" (Verlag Wissenschaft Praxis - ISBN 978-3-89673-678-9) habe ich den Spiess sogar umgedreht, und plädiere für ein Budget für jeden Bürger/Patienten.
Vielleicht haben Sie Interesse, meine Gedanken zu verfolgen. Dann gute Unterhaltung bei dieser "provokanten" Lektüre.

LG
Dr. Schilbach

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