ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2014Meist ein schlechter Solist
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Als ambulant tätiger Nervenarzt gewann ich die Überzeugung, dass ein Antidepressivum (AD) grundsätzlich meist ein schlechter Solist in einer antidepressiven Strategie ist. Schlafkorrektur und gegebenenfalls tagsüber Anxiolyse sind unabdingbare Voraussetzungen für ein ausreichendes Ansprechen der Antidepressiva. Relevant Schlafgestörten kann man schubkarrenweise Antidepressiva geben, ohne Erfolg zu haben. Arbeiten zu publizieren, in denen Psychotherapie versus Fluoxetin (oder ein anderes Antidepressivum) untersucht wurden, halte ich für problematisch, wenn nicht Schlafstörungen und deren semiquantitative Gleichverteilung in den Vergleichsgruppen berücksichtigt wurden.

Schlafoptimierung ist die Bedingung einer jeden Depressionstherapie, dasselbe gilt für die Bekämpfung von Unruhe/Grübeln tagsüber, erst dann ist die Wertigkeit des Antidepressivums anzusiedeln. Schlafverflachungen müssen gezielt gesucht werden.

ADHS gehört ebenfalls zu den depressiven Störungen und ist auf die geschilderte Weise gut und ohne Ritalin oder Analoga therapierbar. Ich favorisiere eine nebenwirkungsgeleitete, eingeschlichene Kombinationstherapie, auch im Vergleich mit einer Psychotherapie. 

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0330b

Dr. med. Rainer Frick

Neurologie, Psychiatrie und Kinderneuropsychiatrie

Malchin, frick.malchin@web.de

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Dolle K, Schulte-Körne G: The treatment of depressive disorders in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2013; 110: 854–60. VOLLTEXT
1.Dolle K, Schulte-Körne G: The treatment of depressive disorders in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2013; 110: 854–60. VOLLTEXT

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