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Das übergeordnete Ziel einer Leitlinie ist eine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie einerseits durch eine systematische Evidenzbasierung wissenschaftlich legitimiert sein. Andererseits muss sie für die Umsetzung legitimiert sein, was durch eine repräsentative Entwicklergruppe und eine strukturierte Konsensfindung gewährleistet wird (1). Bei der Erstellung der Leitlinie haben wir daher relevante Studien nicht nur zusammengetragen, sondern ihre Aussagekraft kritisch bewertet, sowohl nach methodischen Aspekten als auch im Hinblick auf ihre praktische Bedeutsamkeit im deutschen Gesundheitssystem. Die Empfehlungen wurden nach Diskussionen mit den Vertreterinnen und Vertretern der 23 beteiligten Fachgesellschaften und Verbände festgelegt. Einige der Argumente und Bedenken, die aus den Leserbriefen hervorgehen, wurden auch im Leitliniengremium vorgebracht. Bei einigen entscheidenden Fragen trug die Evidenz nicht zur Klärung bei, weil keine Studien vorlagen oder die Aussagekraft der vorliegenden Studien nicht ausreichte. Die Empfehlungen beruhen daher auf dem gegenwärtigen Forschungsstand und dem klinischen Konsens, zu dem die Mitglieder des Gremiums gelangt sind. In der Langfassung der Leitlinie (2) sind die Empfehlungen noch ausführlicher erläutert.

Die Leitlinienarbeit ist längst nicht abgeschlossen. Wichtige Aufgaben wie die Erstellung einer für Laien verständlichen Version, die Verbreitung der Leitlinie und das Sammeln der wertvollen Anregungen der Anwenderinnen und Anwender beginnen erst jetzt. Parallel sollten dringend aussagekräftige, für die klinische Praxis relevante Studien angestoßen werden, die nicht mit Interessenkonflikten behaftet sind. Wünschenswert wäre zudem die Erweiterung der Leitlinie, um Empfehlungen zur Diagnostik depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen, die bisher nicht bearbeitet werden konnten. Wir freuen uns über eine kritische Auseinandersetzung zur kontinuierlichen Verbesserung der Leitlinie. Die nächste Aktualisierung dieser Leitlinie soll bis Juni 2018 abgeschlossen sein.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0330c

Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne

Dr. hum. Biol. Kathrin Krick

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik
und Psychotherapie

Klinikum der Universität München

Gerd.Schulte-Koerne@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Selbmann HK, Kopp IB: Leitlinien im Gesundheitswesen: Kompetenzen und Zuständigkeiten der AWMF. Forum DKG 2006; 5: 5–8.
2.
Dolle K, Schulte-Körne G: The treatment of depressive disorders in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2013; 110: 854–60. VOLLTEXT
1.Selbmann HK, Kopp IB: Leitlinien im Gesundheitswesen: Kompetenzen und Zuständigkeiten der AWMF. Forum DKG 2006; 5: 5–8.
2.Dolle K, Schulte-Körne G: The treatment of depressive disorders in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2013; 110: 854–60. VOLLTEXT

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