ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2014Stephan Urban: Karrierestart mit Pekingente

PERSONALIEN

Stephan Urban: Karrierestart mit Pekingente

Dtsch Arztebl 2014; 111(18): A-805 / B-693 / C-657

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Hepatitis-Viren sind sein Leben. Bereits vor etwa 20 Jahren entdeckte Prof. Dr. rer. nat. Stephan Urban (52) Peptide, die Hepatitis-B-Viren am Eintritt in die Leberzellen hindern. Zunächst erforschte er diesen Mechanismus an der Pekingente – damals das Modell der Wahl. Heute befindet sich ein analoges Peptid des menschlichen Virus (Myrcludex B) in der klinischen Prüfung. Die Entwicklung von Medikamenten gegen Hepatitis-Viren wird ein Schwerpunkt des Molekularbiologen am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, wo Urban die erste Professur für „Translationale Virologie“ innehält.

Stephan Urban, Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Stephan Urban, Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Sein Forscherdrang begann bereits in der Schulzeit: Der Sieg im Fachbereich Chemie beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ 1980 bestärkte Urban, ein Studium der Chemie und der Biochemie in Tübingen zu beginnen. Es folgte die Promotion am Max-Planck-Institut für Biochemie in München 1995. Zur Habilitation wechselte er an das Zentrum für Molekulare Biologie in Heidelberg und 2001 an das dortige Universitätsklinikum.

Anzeige

Mit Spannung verfolgt Urban die ersten Studienergebnisse zu dem von ihm entwickelten Virusblocker, der vielleicht Neugeborene HBV-positiver Mütter vor einer perinatalen Infektion schützen könnte. „In China, Südostasien und Gebieten Afrikas ist die Mutter-Kind-Transmission der häufigste Übertragungsweg und birgt ein sehr hohes Risiko für die Entwicklung einer chronischen Hepatitis B bereits im Kindesalter“, erklärt Urban. Auch zur Postexpositionsprophylaxe nach Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten könnte das Peptid eingesetzt werden. Vera Zylka-Menhorn

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema