ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2014Randnotiz: So ein Schmarrn

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Randnotiz: So ein Schmarrn

Dtsch Arztebl 2014; 111(18): A-769 / B-661 / C-629

Schmedt, Michael

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„Drive in“ ist fest mit dem goldenen „M“ verbunden, der Mutter des durchfahrenden Bestellens und Essens von fettigen und schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Das Prinzip funktioniert: Der Mensch kann bequem und schnell seine Bedürfnisse befriedigen. Supermärkte agieren ähnlich: Angeschlossene Bäckereien, Blumenläden und Cafes sollen Kaufwillige bei Laune und im Laden halten. Da wundert es wenig, dass es in den USA in Supermärkten seit Jahren sogenannte Retail Health Clinics gibt, in denen vorwiegend kleine Notfälle, wie Allergien, Halsschmerzen, Insektenstiche oder Durchfall behandelt werden.

Tankstellen (heutzutage schon kleine Supermärkte) sind bislang nicht in den Fokus geraten. Das dachte sich jetzt wohl auch ein österreichischer Allgemeinarzt, der eine Zweigstellenpraxis in einer Tankstelle eröffnen möchte, wie die Tageszeitung „Der Standard“ berichtet. Mit dem Slogan „dr.ive in“ wirbt er für seine mittlerweile fünfte Praxis. Täglich von sechs bis 22 Uhr will der Mediziner seine Patienten behandeln: Erste Diagnosen und die Medikamentenabgabe sollen Bestandteil des Angebots sein. Pauschal honoriert versteht sich.

Die österreichische Ärztekammer steht dem ganzen Projekt kritisch gegenüber: Jede Praxis müsse genehmigt werden, für die besagte Tankstellenadresse lege auch bereits ein entsprechender Antrag vor. „Es wirkt wie ein Marketing-Gag. Daher wird die Ärztekammer die neue Ordination in der Tankstelle sorgfältig beobachten“, so die Kammer.

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Bleibt zu hoffen, dass die Patienten bei diesem Drive-in-Angebot weniger bequem sind und am Angebot vorbeifahren – oder einfacher gesagt: So ein Schmarrn!

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