ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2014Geburtsgewicht und sonderpädagogischer Förderbedarf

MEDIZIN: Originalarbeit

Geburtsgewicht und sonderpädagogischer Förderbedarf

Ergebnisse einer populationsbezogenen Untersuchung in Berlin

Birth weight and special educational needs—results of a population-based study in Berlin

Dtsch Arztebl Int 2014; 111(19): 337-44; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0337

Bettge, Susanne; Oberwöhrmann, Sylke; Brockstedt, Matthias; Bührer, Christoph

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Hintergrund: Angesichts erhöhter Entwicklungsrisiken Frühgeborener wird der Zusammenhang zwischen Geburtsgewicht und sonderpädagogischem Förderbedarf quantifiziert.

Methoden: Es wurden Einschulungsuntersuchungen von 134 313 Kindern im Alter von 5–6 Jahren in Berlin für die Untersuchungsjahrgänge 2007–2011 ausgewertet.

Ergebnisse: Sonderpädagogischen Förderbedarf hatten 8 058 Kinder (6,0 %), darunter 4 943 (61 %) mit einem Geburtsgewicht ≥ 3 000 g. Mit abnehmendem Geburtsgewicht stieg der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf stetig an (2 250–2 499 g: 9,2 %, 1 250–1 499 g: 21,1 %, < 750 g: 35,6 %). Logistische Regressionsanalysen ergaben Odds-Ratios [99-%-Konfidenzintervall] für sonderpädagogischen Förderbedarf von 1,32 [1,17–1,47] bei 2 750–2 999 g Geburtsgewicht bis zu 12,83 [7,48–22,03] bei einem Geburtsgewicht unter 750 g. Weitere Risikofaktoren waren männliches Geschlecht (1,88 [1,75–2,03]), niedriger Sozialstatus (5,96 [5,21–6,82]), Migrationshintergrund bei unzureichenden familiären Deutschkenntnissen (1,63 [1,43–1,86]), Aufwachsen bei alleinerziehenden Eltern (1,21 [1,12–1,31]). Kindergartenbesuch über zwei Jahre (0,82 [0,73–0,91]) sowie ein Migrationshintergrund bei guten familiären Deutschkenntnissen (0,39 [0,34–0,45]) waren hingegen mit niedrigeren Raten an sonderpädagogischem Förderbedarf assoziiert.

Schlussfolgerung: Bereits bei leicht verringertem Geburtsgewicht stieg der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Neben einem geringen Geburtsgewicht erwies sich der familiäre Sozialstatus als stärkste Einflussgröße. Trotz deutlich erhöhten Risikos für sonderpädagogischen Förderbedarf machten sehr untergewichtige Frühgeborene nur einen geringen Anteil aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus.

LNSLNS

Das erhöhte Risiko für Entwicklungsstörungen extrem frühgeborener Kinder, die spätestens mit der Einschulung alltagsrelevant werden, ist durch mehrere Kohortenstudien gut belegt (15). Vor allem bei Jungen ist dies bis ins Erwachsenenalter nachweisbar: Männliche ehemalige Frühgeborene unter 1 000 g Geburtsgewicht benötigen durchschnittlich eine um ein Jahr längere Schulzeit bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss, ihr Einkommen als Erwachsene liegt mehr als 25 % unter dem normalgewichtig Geborener (6). Aber auch Kinder, die nur wenige Wochen zu früh geboren wurden, haben ein erhöhtes Risiko für Schulschwierigkeiten (712). Kohortenstudien über das gesamte Geburtsgewichtsspektrum sind sehr aufwendig und erreichen kaum ausreichende Fallzahlen von extrem Frühgeborenen. Erschwerend kommt hinzu, dass sozioökonomische Faktoren mit niedrigem Geburtsgewicht (13, 14) und zugleich mit Schulschwierigkeiten verknüpft sind (1518). Für die Analyse des Zusammenhangs zwischen Geburtsgewicht und sonderpädagogischem Förderbedarf bieten sich daher bevölkerungsbezogene Querschnittstudien an.

Mit den Daten der Berliner Einschulungsuntersuchungen liegt eine Vollerhebung jeweils eines Geburtsjahrgangs im Alter von fünf bis sechs Jahren vor. In dieser Arbeit wurden die anonymisierten Daten der Untersuchungsjahrgänge 2007 bis 2011 ausgewertet, um das Risiko eines sonderpädagogischen Förderbedarfs in Abhängigkeit vom Geburtsgewicht zu quantifizieren, den Einfluss sozialer Faktoren zu erfassen und den Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu berechnen, der einem niedrigen Geburtsgewicht zuzuschreiben ist.

Methoden

Untersuchungen

Die Einschulungsuntersuchung ist eine Pflichtuntersuchung nach § 55a Berliner Schulgesetz. Die Untersuchungen werden jeweils im Winterhalbjahr vor der Einschulung in den Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten der 12 Berliner Bezirke durchgeführt. Ziele der Untersuchung sind die Identifikation von Kindern mit (sonder-)pädagogischem Förder- und Unterstützungsbedarf sowie gegebenenfalls die Einleitung weiterer diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen. Der kindliche Entwicklungsstand wird mit einem standardisierten Testverfahren (S-ENS) (19) erfasst. Auf Basis der Testergebnisse, der Anamnese, vorliegender Befunde und gegebenenfalls weiterer Diagnostik wird eine sonderpädagogische Förderung in der Grundschule empfohlen, wenn ein Kind in einem oder mehreren der sechs Bereiche Sehen, Hören, körperliche und motorische Entwicklung, Sprachentwicklung, Autismus, geistige Entwicklung, Lernen und sozial-emotionale Entwicklung eine schwere Beeinträchtigung aufweist.

Das Geburtsgewicht wird dem Kinderuntersuchungsheft oder dem Mutterpass entnommen, mündliche Angaben der Eltern bei fehlenden Untersuchungsdokumenten werden aufgrund des möglichen Recall-Bias nicht berücksichtigt.

Die soziale Anamnese wird mittels eines standardisierten Elternfragebogens erhoben. Auf Basis der freiwilligen Angaben zu Schul- und Berufsausbildung sowie zum Erwerbsstatus beider Elternteile wird ein Sozialstatusindex berechnet und dieser in drei Gruppen eingeteilt. Dem Kind wird ein Migrationshintergrund bescheinigt, wenn eine der drei folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • das Kind hat nicht die deutsche Staatsangehörigkeit
  • beide Eltern sind im Ausland geboren oder besaßen bei ihrer Geburt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit
  • ein Elternteil ist im Ausland geboren oder besaß bei seiner Geburt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit und Deutsch ist nicht die Familiensprache.

Ferner werden die Deutschkenntnisse des Kindes und des begleitenden Elternteils (familiäre Deutschkenntnisse) aufgrund der Verständigung in der Untersuchungssituation unter Berücksichtigung der Kriterien Wortschatz und Grammatik vierstufig beurteilt (gar nicht/einzelne Wörter/flüssig mit erheblichen Fehlern/gut bis sehr gut). Darüber hinaus werden der familiäre Kontext (Kind lebt bei alleinerziehendem Elternteil oder mit beiden Eltern, unabhängig vom Familienstand), die Kindergartenbesuchsdauer in Monaten sowie die Verfügbarkeit eines eigenen Fernsehers des Kindes erhoben. Detaillierte Informationen zu den Einschulungsuntersuchungen sowie deskriptive Auswertungen sind den jährlichen Berichten der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales zu entnehmen (20).

Datenbasis

Die Daten der Einschulungsuntersuchungen werden in den bezirklichen Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten dokumentiert, erfasst und gemäß Gesundheitsdienstgesetz jährlich dem Referat für Gesundheitsberichterstattung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin übermittelt. Die hier vorgestellte Analyse beruht auf den gepoolten Daten von insgesamt 134 313 Kindern der fünf konsekutiven Einschulungsjahrgänge von 2007 bis 2011.

Zusätzlich wurden die Zahlen der in Berlin zwischen 2002 und 2006 geborenen und der im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder, stratifiziert nach Geburtsjahr und Geburtsgewicht, vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zur Verfügung gestellt.

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Charité (# EA2/132/13) genehmigt.

Statistische Analysen

Die Gruppen der Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf wurden hinsichtlich Geburtsgewicht sowie weiterer kindlicher und familiärer Merkmale mittels χ²-Test verglichen. Der Einfluss dieser Variablen wurde mit univariaten logistischen Regressionen mit sonderpädagogischem Förderbedarf als abhängiger Variable geschätzt. Weil das Geburtsgewicht eine nichtlineare Beziehung zur Zielgröße aufweist, wurde es als kategoriale Variable in die Regressionsanalysen aufgenommen. Es wurden zehn Gewichtsgruppen von unter 750 g bis zu unter 3 000 g – jeweils in 250-Gramm-Schritten – gebildet und den beiden größeren Gruppen von 3 000 g bis 4 500 g und über 4 500 g Geburtsgewicht gegenübergestellt. Aufgrund der Multikollinearität von Migrationshintergrund und Deutschkenntnissen von Kind und Eltern wurden diese Variablen zu einem kombinierten Merkmal zusammengefasst. Die Dauer des Kindergartenbesuchs ging als kategoriale Variable mit den Ausprägungen „länger als zwei Jahre“ und „zwei Jahre oder weniger“ in die Analysen ein.

Im multiplen logistischen Regressionsmodell wurde der Einfluss des Geburtsgewichts (in 12 Gruppen) auf sonderpädagogischen Förderbedarf unter Kontrolle der übrigen relevanten Prädiktorvariablen bestimmt. Zusätzlich wurde für den Untersuchungsbezirk kontrolliert, da Unterschiede im Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zwischen den 12 Berliner Bezirken bestehen, die sich nicht vollständig durch Unterschiede in der Sozialstruktur erklären lassen. Die Variablen Untersuchungsbezirk, Geschlecht, Sozialstatus und das kombinierte Merkmal Migrationshintergrund in Verbindung mit Deutschkenntnissen gingen im Block in die Analyse ein. Leben mit einem alleinerziehenden Elternteil, Kindergartenbesuchsdauer und eigener Fernseher wurden mit schrittweiser Vorwärts-Selektion eingegeben, wobei die Wald-Statistik als Selektionskriterium herangezogen wurde.

Die Anpassungsgüte des Regressionsmodells wurde mit dem Hosmer-Lemeshow-Test beurteilt, als Maß der Varianzaufklärung wird Nagelkerkes R² angegeben.

Das Signifikanzniveau wurde auf p < 0,001 festgesetzt und die Zusammenhänge zwischen Einflussgrößen und abhängiger Variable werden als Odds Ratios (OR) mit einem 99-%-Konfidenzintervall (KI) berichtet. Alle statistischen Analysen wurden mit SPSS (IBM), Version 19.0, durchgeführt.

Ergebnisse

Zwischen 2007 und 2011 wurden insgesamt 134 313 Einschüler/innen untersucht, nur bei 118 Kindern (0,1 %) wurden keine Angaben zum sonderpädagogischen Förderbedarf dokumentiert. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf wurde bei 8 058 Kindern (6,0 %) gesehen. Dabei dominierten mit Schwankungen im Laufe der fünf Jahre die Förderbereiche Sprache (55–74 % der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf), kognitive (19–30 %) und motorische Entwicklung (17–26 %). Hingegen spielten Probleme mit Sehen (1,5–3,7 %), Hören (3,1–4,7 %) oder autistisches Verhalten (4,6–5,6 %) eine untergeordnete Rolle.

Das mediane Untersuchungsalter war höher bei Kindern mit (70 Monate) als ohne (68 Monate) sonderpädagogischen Förderbedarf, begründet durch einen erhöhten Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach Zurückstellung im vorigen Schuljahr (36,2 % nach Zurückstellung im Vorjahr versus 4,5 % der im laufenden Jahr schulpflichtig werdenden Kinder).

Ergänzt man die Variable Alter in 3 Gruppen (< 5 ½ Jahre, 5 ½ bis < 6 ½ Jahre, 6 ½ Jahre und älter) in den Regressionsanalysen, so sind die Unterschiede zwischen der Altersgruppe < 5 ½ Jahre und der Altersgruppe 5 ½ bis < 6 ½ Jahre (Referenz) sowohl in den bivariaten als auch in der multivariaten Analyse nicht signifikant, während die Altersgruppe 6 ½ Jahre und älter ein OR von 9,61 (bivariat, paarweiser Ausschluss fehlender Werte), 11,20 (bivariat, listenweiser Ausschluss fehlender Werte) bzw. 8,36 (multivariat) aufweist. In der multivariaten Analyse sinken die OR für geringes Geburtsgewicht durch die Hinzunahme der Varibale Alter ab (< 750 g: von 12,83 auf 9,37, 750–999 g: von 7,08 auf 5,65).

Gültige Angaben zum Geburtsgewicht lagen von 92,5 % der Kinder vor. Ein Geburtsgewicht unter 2 500 g hatten 8 106 Kinder (6,0 %), darunter 1 169 [421] Kinder (0,9 % [0,3 %]) unter 1 500 g [1 000 g]. Die Rate fehlender Daten variierte stark je nach Variable zwischen 0 % für Geschlecht bis zu 10,8 % für den Sozialstatus (Tabelle 1). Den höchsten Anteil fehlender Werte hatten Variablen, die auf freiwilligen Angaben im Elternfragebogen basierten. Die Anzahl der Kinder mit vollständigen Datensätzen, die für die multivariate Analyse herangezogen werden konnte, betrug 105 388 (78,5 %).

Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011
Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011
Tabelle 1
Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011

Kinder mit normalem Geburtsgewicht (3 000–4 500 g) hatten von allen Geburtsgewichtkategorien die niedrigste Förderbedarfsquote (5,1 %). Unterhalb eines Geburtsgewichts von 3 000 g nahm die Quote sonderpädagogischen Förderbedarfs mit abnehmendem Geburtsgewicht stetig zu. Eine Ausnahme stellte lediglich die Gruppe der Kinder mit einem Geburtsgewicht von 1 000 bis 1 249 g dar, deren Förderbedarfsquote niedriger lag als bei Kindern mit einem Geburtsgewicht von 1 250 bis 1 499 g (17,2 % versus 21,1 %, p = 0,179). Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 750 g hatten fast siebenmal so häufig sonderpädagogischen Förderbedarf wie Kinder mit normalem Geburtsgewicht (3 000–4 500 g). Bei Kindern mit einem Geburtsgewicht über 4 500 g lag der Anteil mit sonderpädagogischem Förderbedarf geringfügig höher als in der Normalgruppe (5,5 % versus 5,1 %, p = 0,479).

Bei annähernd gleicher Geschlechterverteilung in der Grundgesamtheit stellten Jungen fast 2/3 aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus, mit alleinerziehenden Eltern sowie Kinder mit eigenem Fernseher hatten eine erhöhte Förderbedarfsquote. Kinder mit Migrationshintergrund wiesen nicht häufiger sonderpädagogischen Förderbedarf auf als Kinder deutscher Herkunft. Die Einbeziehung der familiären Deutschkenntnisse zeigte jedoch, dass die Förderbedarfsquote bei Migrantenkindern mit unzureichenden familiären Deutschkenntnissen besonders hoch lag, während sie bei guten familiären Deutschkenntnissen deutlich geringer war. Auch Kinder, die länger als zwei Jahre im Kindergarten gewesen waren, wiesen eine erniedrigte Förderbedarfsquote auf.

In univariaten logistischen Regressionsanalysen wurde die Assoziation möglicher Einflussgrößen mit sonderpädagogischem Förderbedarf geprüft. Aufgrund des hohen Anteils von Fällen mit einzelnen fehlenden Angaben (21,5 %) wurden die Analysen jeweils mit paarweisem und listenweisem Ausschluss fehlender Werte durchgeführt. Ein Vergleich der Odds Ratios (OR) mit den zugehörigen 99-%-Konfidenzintervallen ergab jedoch durchgängig ähnliche Werte (eTabelle).

In die multivariate Regressionsanalyse gingen neben dem Geburtsgewicht (in zwölf Gruppen) und dem Bezirk alle Variablen ein, für die sich univariat ein signifikanter Zusammenhang mit sonderpädagogischem Förderbedarf ergeben hatte (Tabelle 2). Außer der Variable „eigener Fernseher“ blieben bei der multivariaten Auswertung alle berücksichtigten Variablen weiterhin signifikant mit sonderpädagogischem Förderbedarf assoziiert, die Variable „eigener Fernseher“ entfiel deshalb im optimierten Modell, das 11,6 % der Gesamtvarianz erklärte.

Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Tabelle 2
Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs

Extrem niedriges Geburtsgewicht hatte von allen untersuchten Variablen den größten Einfluss auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs, die OR betrug 12,83 für Kinder unter 750 g Geburtsgewicht und 7,08 für Kinder mit einem Geburtsgewicht von 750 bis 999 g. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus hatten ein fast 6-fach erhöhtes Förderbedarfsrisiko gegenüber Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus. Die OR bei univariater und multivariater Betrachtungsweise waren bemerkenswert ähnlich, allerdings waren in der multivariaten Analyse die Assoziationen zwischen sonderpädagogischem Förderbedarf und Kindergartenbesuch, alleinerziehenden Eltern sowie Migrationshintergrund in Verbindung mit Deutschkenntnissen weniger stark ausgeprägt.

Zum Vergleich der Größenordnungen wurden die Raten sonderpädagogischen Förderbedarfs der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit den Angaben des statistischen Landesamtes über die Sterberaten im ersten Lebensjahr der 2002–2006 geborenen Kinder verglichen. Während die relativen Förderbedarfsraten mit steigendem Geburtsgewicht gleichmäßig absanken, fiel die hohe Letalität bei Frühgeborenen unter 750 g (47,3 %) sprunghaft auf 10,2 %, 6,3 % und 2,6 % bei Frühgeborenen von 750–999 g, 1 000–1 249 g und 1 250–1 499 g ab (Grafik 1). Die Betrachtung der absoluten Zahlen verdeutlicht die unterschiedlichen Größenordnungen: Während ein Großteil aller Todesfälle im ersten Lebensjahr auf Frühgeborene unter 1 500 g entfiel (43,5 %), gehörte die Mehrheit der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf der Gruppe mit normalem Geburtsgewicht an (Grafik 2). Nur 275 (3,4 %) der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf waren Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht < 1 500 g, hingegen entfielen 60,2 % (4 850) auf Kinder mit einem Geburtsgewicht von 3 000–4 500 g.

Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Grafik 2
Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen
Grafik 1
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen

Diskussion

Die präsentierten Daten belegen einen erhöhten Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bereits ab einem geringfügig verminderten Geburtsgewicht unter 3 000 g, der mit abnehmendem Geburtsgewicht stetig weiter steigt. Die in den Einschulungsuntersuchungen festgestellte Gesamtrate sonderpädagogischen Förderbedarfs von 6,0 % lag etwas höher als in der einzigen vom Ansatz her vergleichbaren Untersuchung (4,9 %), in der sonderpädagogischer Förderbedarf durch Lehrer in schottischen Schulen für von ihnen unterrichtete Kinder verschiedenen Alters erfasst wurde (8). Die Steilheit des Anstiegs der Rate sonderpädagogischen Förderbedarfs mit sinkendem Geburtsgewicht beziehungsweise sinkendem Gestationsalter ähnelt sich in beiden Studien, in Berlin hatten 31 % der Kinder unter 1 000 g Geburtsgewicht sonderpädagogischen Förderbedarf, in Schottland 29,5 % bei einem Gestationsalter von 24–27 Schwangerschaftswochen.

Limitationen

Die vorliegende Auswertung weist Limitationen auf, die vorwiegend der Tatsache geschuldet sind, dass es sich um Routinedaten handelt: Angaben zum Gestationsalter fehlen, so dass nicht zwischen Frühgeburtlichkeit und Hypotrophie differenziert werden konnte. Es liegen keine Angaben zum Schweregrad der mit sonderpädagogischem Förderbedarf verbundenen Einschränkungen vor. Die Untersucher sind nicht bezüglich Geburtsgewicht oder anderer Daten geblindet. Angaben zur Familienkonstellation, zum Sozialstatus und zu Sprachkenntnissen in der Familie sind auf den Zeitpunkt der Untersuchung bezogen – in den prägenden Jahren davor könnte die Situation erheblich von den Angaben abweichen. Die demografischen Besonderheiten einer Millionenstadt mit hohem Anteil von Migranten und Familien in prekären Verhältnissen erschweren die Übertragbarkeit der Aussagen auf ländlich geprägte Flächenstaaten.

Stärken der Studie

Diesen Einschränkungen stehen Stärken der Studie gegenüber: Alle Kinder wurden vor der Einschulung und mit dem gleichen standardisierten Entwicklungsscreening untersucht. Da es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung handelte, wurden alle Kinder erfasst, ein für Kohortenstudien typischer Selektionsbias entfällt. Die Studie deckt das gesamte Geburtsgewichtsspektrum ab und erlaubt dadurch auch Aussagen zu Kindern mit nur mäßig erniedrigtem oder erhöhtem Geburtsgewicht.

Fazit

Die Auswertungen bestätigen die bekannten Risikofaktoren männliches Geschlecht und niedriger Sozialstatus (21, 22), während ein mehr als zweijähriger Kindergartenbesuch mit erniedrigtem Risiko einherging. Nach einer amerikanischen Untersuchung scheint sich die Qualität der Kinderbetreuung positiv auf kognitive und sprachliche Fähigkeiten vor Schulbeginn auszuwirken (23). Der positive Effekt ist umso größer, je größer die sozialen Belastungen eines Kindes sind (24), die Qualität der elterlichen Betreuung hat aber letztlich einen stärkeren Einfluss als die Kindergartenbetreuung (25). Der Besuch eines Kindergartens kann Kinder von zu hohem Fernsehkonsum abhalten, der negativ mit schulischen Leistungen assoziiert ist (26, 27).

In der hier vorgestellten Studie ließ sich der negative Fernseheinfluss nur univariat nachweisen. Die Effekte von Kitabesuch, Migrationshintergrund in Verbindung mit Deutschkenntnissen und alleinerziehenden Eltern (28, 29) sind in der multivariaten Analyse deutlich abgeschwächt, was vermutlich der hohen Kovariabilität mit dem Sozialstatus geschuldet ist.

Die Auswertung zeigt weiterhin, dass Migrationshintergrund per se nicht die Rate sonderpädagogischen Förderbedarfs erhöht, sondern nur in Kombination mit geringen Deutschkenntnissen in der Familie. Stark eingeschränkte Verständigungsmöglichkeiten sind ein Hindernis, die Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und kindlichen Förderung wahrzunehmen (30).

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss schreibt für alle Frühgeborenen unter 1 500 g Geburtsgewicht eine standardisierte entwicklungsneurologische Nachuntersuchung mit zwei Jahren vor. Jedoch ist die prognostische Validität der Untersuchung derart junger Kinder eingeschränkt (31, 32). Jenseits schwerer neurologischer Störungen lassen sich Einschränkungen, die für Schulbesuch, soziale Integration und spätere Berufstätigkeit bedeutsam sind, erst ab dem Vorschulalter ausmachen (33).

Das gegenüber anderen Kindern deutlich erhöhte Risiko sonderpädagogischen Förderbedarfs von sehr kleinen Frühgeborenen unterstützt einerseits die von Fachgesellschaften erhobene Forderung nach einer weiteren standardisierten Nachuntersuchung für Frühgeborene unter 1 000 g Geburtsgewicht im Alter von fünf Jahren. Allerdings würden damit allein weit über 95 % der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht erfasst.

Dies belegt den Stellenwert der flächendeckenden Schuleingangsuntersuchung. Sollte es gelingen, datenschutzrechtliche Hürden einer Zusammenführung mit den Datensätzen der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Peri- und Neonatalerhebung) zu überwinden, wären damit weitere wichtige Aussagen zu Risikofaktoren sonderpädagogischen Förderbedarfs möglich.

Danksagung
Die Autoren bedanken sich bei den Kolleginnen und Kollegen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes für die jahrelang gute Zusammenarbeit bei der Datenerhebung, Plausibilitätsprüfung und inhaltlichen Weiterentwicklung der Einschulungsdaten.

Interessenkonflikt
Prof. Bührer erhielt Reisekostenerstattung und Honorare für Gutachten, Vorträge oder Beratungstätigkeit von den Firmen Chiesi, Danone, MCI und Nestlé Nutrition Institute.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 11. 2013, revidierte Fassung angenommen: 11. 3. 2014

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Christoph Bührer
Klinik für Neonatologie,
Charité Universitätsmedizin Berlin, 13344 Berlin
christoph.buehrer@charite.de

Zitierweise
Bettge S, Oberwöhrmann S, Brockstedt M, Bührer C: Birth weight and special educational needs—results of a population-based study in Berlin. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 337–44. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0337

@eTabelle:
www.aerzteblatt.de/14m0337 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin: Dr. PH Bettge, Dr. med. Oberwöhrmann
Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Berlin-Mitte: Dr. med. Brockstedt
Klinik für Neonatologie, Charité Universitätsmedizin Berlin: Prof. Dr. med. Bührer
* Die Autorinnen S. Bettge und S. Oberwöhrmann teilen sich die Erstautorenschaft.
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen
Grafik 1
Anzahl der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der 2002–2006 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen
Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Grafik 2
Anteil der 2007–2011 im Alter von 5–6 Jahren untersuchten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie 1-Jahres-Letalität der 2002–2006 geborenen Kinder nach Geburtsgewichtgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. Gesamtzahl der verstorbenen Kinder
Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011
Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011
Tabelle 1
Charakterisierung der Kinder mit oder ohne Empfehlung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs bei den Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2007–2011
Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Tabelle 2
Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen auf die Empfehlung sonderpädagogischen Förderbedarfs
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