ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2014Weiterbildung zum Facharzt: Aufruf zur Teilnahme an Evaluation

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Weiterbildung zum Facharzt: Aufruf zur Teilnahme an Evaluation

Dtsch Arztebl 2014; 111(19): A-820 / B-708 / C-672

Hibbeler, Birgit

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Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt können bei der Befragung mitmachen. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Foto: mauritius images
Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt können bei der Befragung mitmachen. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Foto: mauritius images

Die Lan­des­ärz­te­kam­mern in Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern und Nordrhein haben eine Evaluation der Weiterbildung gestartet. Im Mai beginnt in Westfalen-Lippe ebenfalls eine Umfrage.

Wie sieht der Weg zur Facharztprüfung aus? Ist es eher ein „Learning by doing“, oder gibt es in den Krankenhäusern und Praxen strukturierte Weiterbildungskonzepte? Die Lan­des­ärz­te­kam­mern in Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein wollen die Qualität der Facharztweiterbildung nicht dem Zufall überlassen und haben gemeinsam eine Evaluation gestartet. Seit dem 28. April können alle Assistenzärzte aus den genannten Kammern ihre Weiterbildung im Rahmen einer Online-Umfrage bewerten. Dazu wurde das Portal www.eva-wb.de ins Leben gerufen.

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Die Initiatoren hoffen auf eine große Beteiligung. Eine gute Weiterbildung sei „ein überragend wichtiges Anliegen“, sagt der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke. „Deswegen machen wir diese Umfrage und möchten wissen, was unser ärztlicher Nachwuchs positiv bewertet und wo Weiterbildung noch besser werden kann.“ Gefragt werden die Ärzte in Weiterbildung etwa danach, ob es einen strukturierten Weiterbildungsplan gibt, ob das Vorgehen in Notfallsituationen vermittelt wird oder ob die tariflich geregelten Arbeitszeiten eingehalten werden. Die Teilnahme dauert etwa zehn Minuten, 40 Fragen sind zu beantworten.

Damit ist die Umfrage kürzer als die bisherigen bundesweiten Evaluationen. Statt acht werden vier Dimensionen abgefragt. Sie beziehen sich auf folgende Fragenkomplexe: Was? – Vermittelte Fachkompetenzen, Wie? – Kompetenzen meiner Weiterbilder, Womit? – Organisation der Weiterbildung und Wo? – Ausstattung und Qualität der Weiterbildungsstätte. Hinzu kommt eine Globalbeurteilung.

Anonymität der Befragten ist gewährleistet

Nach Angaben der beteiligten vier Kammern wird der Datenschutz groß geschrieben. Die Weiterbildungsassistenten loggen sich mit einem sechsstelligen Kode ein, der nicht auf den einzelnen Arzt rückverfolgbar ist. Das genaue Prozedere zum Erhalt der Zugangsdaten ist in den Kammern unterschiedlich. Alle in Weiterbildung befindlichen Ärzte werden von ihrer zuständigen Kammer per Post informiert.

Auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat eine Evaluation konzipiert. Sie startet im Mai. Die Ärzte in Weiterbildung erhalten einen Fragebogen per Post und können ihn entweder schriftlich beantworten oder sich mit einem gleichzeitig verschickten Kode unter www.iqme.de/eva-wl einloggen. 28 Fragen sind zu beantworten, der Zeitaufwand beträgt der Kammer zufolge etwa fünf Minuten. „Diese Zeit ist bestens investiert“, sagt Kammerpräsident Dr. med. Theodor Windhorst. „Denn von guter ärztlicher Weiterbildung profitieren nicht nur Weiterbildungsassistenten.“ Die Qualifikation eines Arztes sei die Grundvoraussetzung für eine hochwertige Patientenversorgung. „Bitte leisten Sie auch Ihren Beitrag, die ärztliche Weiterbildung weiterzuentwickeln“, appelliert er an die jungen Ärzte.

Nächste bundesweite Evaluation für 2015 geplant

2009 und 2011 hatte es eine bundesweite Befragung gegeben. Circa 39 Prozent der Ärzte in Weiterbildung hatten dabei zuletzt mitgemacht. Aus Sicht vieler Beteiligter waren die Evaluationen ein Anstoß für Veränderungen. Die Mehrheit der Weiterbildungsbefugten thematisierte die Ergebnisse mit ihren Assistenzärzten – ein erster Schritt hin zur Etablierung einer gegenseitigen Rückmeldung. „Diese Kultur soll zur Selbstverständlichkeit werden“, fordert Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg sowie der Bundes­ärzte­kammer (BÄK).

Nach Angaben der BÄK soll im Sommer eine Projektgruppe von interessierten Lan­des­ärz­te­kam­mern tagen, um die nächste Phase der bundesweiten Evaluation 2015 vorzubereiten. Die Erfahrungen aus den jetzigen Pilotumfragen der Kammern sollen Grundlage für eine dritte Befragungsrunde auf Bundesebene sein.

Dr. med. Birgit Hibbeler

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