ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2014Randnotiz: Bewegungskontrolle

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Randnotiz: Bewegungskontrolle

Dtsch Arztebl 2014; 111(19): A-815 / B-703 / C-667

Schmedt, Michael

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Der gute Vorsatz, sich mehr zu bewegen, und es dann doch nicht zu tun. Wer kennt das nicht? Jetzt gibt es Hoffnung: Kaum eine Verbrauchersendung kommt heute ohne die neue Motivationshilfe Fitnessarmbänder aus. Sie messen die Schrittzahl, den Kalorienverbrauch und analysieren das Schlafverhalten.

Resümee der meisten Anwendertests: Man ist motivierter, und das schlechte Gewissen treibt einen eher dazu, ein paar Schritte mehr zu laufen, wenn der abendliche Check das Bewegungssoll als nicht erfüllt angibt oder Gleichgesinnte mehr Schritte auf ihrem Zähler haben.

Vernünftig, denkt man sich. Ein Wermutstropfen könnte allerdings der Datenschutz werden, denn alle Daten werden zentral bei der Herstellerfirma der Armbänder gespeichert. Na und?

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Nun, folgendes Szenario ist nicht so ganz von der Hand zu weisen: Nehmen wir an, die Krankenkasse X wendet sich an die Herstellerfirma Y und schlägt ein Präventionsprojekt vor –„selbstverständlich“ anonymisiert. Ein Abgleich der Daten soll die Auswirkungen von Bewegung auf den körperlichen Zustand der Patienten untersuchen. Ebenfalls vernünftig, denkt man sich.

Dennoch hat mir mein Armband nach solchen Überlegungen ein unruhiges Schlafverhalten attestiert. Mag sein, dass das mit folgendem Traum zu tun hat: Zunächst erhielt ich eine Nachricht von meinem Armband: „Guten Morgen, Herr Schmedt, Sie liegen derzeit 3 888 Schritte im Rückstand.“ In der Post lag dann noch ein Einschreiben meiner Krankenkasse: „Guten Tag, Herr Schmedt, Ihr Beitragssatz erhöht sich um 0,5 Prozent, da Sie den letzten drei Mahnungen, Ihre Schrittzahl zu erhöhen, nicht nachgekommen sind.“

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