ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2014Qualität der Kataraktoperation: Brechkraft des Auges nach OP nah an Zielrefraktion

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Qualität der Kataraktoperation: Brechkraft des Auges nach OP nah an Zielrefraktion

Dtsch Arztebl 2014; 111(19): A-844 / B-726 / C-688

Gerste, Ronald D.

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Das Erfolgskriterium einer Operation des grauen Stars ist außer der postoperativen Sehschärfe vor allem die Refraktion. Denn die natürliche Linse wird durch eine Intraokularlinse aus Kunststoff oder Silikon ersetzt, deren Brechkraft aufgrund einer Ausmessung des Auges vor dem Eingriff ermittelt wird. Idealerweise sollte ein kataraktoperierter Patient nicht oder nur geringgradig fehlsichtig sein.

Bei guter Versorgungsqualität lässt sich bei einem hohen Anteil der Patienten eine Refraktion erzielen, die nah an die Zielvorgabe herankommt. Das belegt eine gemeinsame Studie der Harvard Medical School in Boston und des Massachusetts Eye and Ear Infirmary, einem akademischen Lehrkrankenhaus. Von 1 275 Augen, die im Laufe eines Jahres kataraktoperiert wurden, lagen 94 % innerhalb einer postoperativen Refraktion von +/– 1 Dioptrie. Mit maximal +/– 0,5 Dioptrien war die postoperative Brechkraft bei 67 % der operierten Augen noch näher an der Emmetropie. Blieben jene Augen unberücksichtigt, bei denen außer der Katarakt weitere pathologische Veränderungen bestanden, bei einem Durchschnittsalter der Patienten von 70 Jahren gab es einige Fälle von Glaukom oder altersbedingter Makuladegeneration, erreichten 98,8 % eine Brechkraft binnen 1 Dioptrie von der Zielrefraktion.

Fazit: Eine aktuelle Analyse der Qualität von Kataraktoperationen ergibt, dass sich bei mehr als 90 % der Patienten Refraktionsergebnisse erzielen lassen, die maximal 1 Dioptrie (+/–) von der Zielrefraktion abweichen. In früheren Studien hatte der Anteil 71 % bis 86 % betragen. Dr. med. Ronald D. Gerste

Simon SS, et al.: Achieving target refraction after cataract surgery. Ophthalmology 2014; 121: 440–4. MEDLINE

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