ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2014Psychiatrie-Entgeltsystem: Die Optionsphase wird bis Ende 2016 verlängert

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Psychiatrie-Entgeltsystem: Die Optionsphase wird bis Ende 2016 verlängert

Dtsch Arztebl 2014; 111(19): A-814 / B-702 / C-666

dpa; EB

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Wegen befürchteter Risiken für psychisch Schwerkranke will die Koalition aus Union und SPD das Vergütungssystem für psychiatrische Kliniken nochmals überprüfen. Eigentlich sollte das pauschalierende Entgeltsystem für die Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) ab 2015 verpflichtend werden. Noch ist es den 580 psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken freigestellt, ob sie danach abrechnen. Diese Optionsphase werde nun bis Ende 2016 verlängert, beschlossen die Vorstände der Koalitionsfraktionen am 29. April.

Neustart für das PEPP: Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium soll PEPP grundsätzlich überprüfen und gegebenenfalls Alternativen entwickeln. Foto: picture alliance
Neustart für das PEPP: Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium soll PEPP grundsätzlich überprüfen und gegebenenfalls Alternativen entwickeln. Foto: picture alliance

In einem gemeinsamen Schreiben an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) fordern 18 Fachverbände und -gesellschaften nun bereits eine „grundlegende Kurskorrektur“ beim PEPP. „Wer aufgrund einer akuten und schweren psychischen Erkrankung auf eine Behandlung im Krankenhaus angewiesen ist, darf durch das neue Entgeltsystem nicht benachteiligt werden“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psych- iatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, Prof. Dr. med. Wolfgang Maier. PEPP stehe bei Patienten, Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften seit Monaten in der Kritik. Befürchtet wird unter anderem, dass Menschen mit schweren Depressionen, Schizophrenie oder Suchtproblemen durch PEPP zu früh aus der Klinik entlassen werden könnten. Denn von den Kassen wird für jeden Aufenthaltstag eine Pauschale gezahlt – je nach Erkrankung sinken die Tagessätze während des Aufenthaltes. Auch der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft begrüßte die Verlängerung der Optionsphase. dpa/EB

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