ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2014Leipziger Studie: Depressionen schon bei Kindergartenkindern

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Leipziger Studie: Depressionen schon bei Kindergartenkindern

PP 13, Ausgabe Mai 2014, Seite 196

Hillienhof, Arne

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Bereits Kinder im Vorschulalter leiden unter Angst- und Depressionssymptomen. Das haben Forscher der Universität Leipzig herausgefunden, die lokal einen gesamten Kindergartenjahrgang daraufhin untersuchten. Dabei stellten sie bei zwölf Prozent der circa 1 740 einbezogenen Kinder erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit fest. Bei etwa der Hälfte dieser Kinder war die Entwicklung sogar schon stärker beeinträchtigt.

Erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit können die Entwicklung beeinträchtigen. Foto: dpa
Erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit können die Entwicklung beeinträchtigen. Foto: dpa

„Wenn ein Kind dauerhaft traurig ist, nicht spielen will oder lustlos in der Ecke sitzt, sollte man genauer hinschauen“, erklärte Kai von Klitzing, Universitätsklinikdirektor für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters. „Denn erwachsene depressive Menschen berichten häufig, dass ihre Krankheit schon im Kindesalter begann“, so der Studienleiter. Ohne fachliche Hilfe seien diese Kinder nachweislich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im Erwachsenenalter eine Depression zu entwickeln.

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Den Wissenschaftlern zufolge sind besonders Kinder betroffen, deren Eltern selbst unter einer Depression leiden. Ein höheres Risiko haben aber auch diejenigen, die negative Lebenserfahrungen wie Misshandlung und Vernachlässigung schon in der frühen Kindheit erlebten. Andere Faktoren sind das Zerbrechen von Familien und früher Leistungsdruck.

„Viele glauben, die Kindheit sei sorgenfrei. Das ist aber eine Illusion“, unterstrich von Klitzing. Dabei betonte er, dass nicht jedes Kind, das ängstlich sei, gleichzeitig depressiv werde. Phobische Symptome wie Angst vor Dunkelheit und vor großen Tieren seien genauso normal wie die anfängliche Angst und Traurigkeit, sich morgens vor dem Kindergarten von den Eltern zu trennen. „Ich finde es wichtig, die zu identifizieren, die wirklich leiden und echte Entwicklungsprobleme haben“, erklärte der Wissenschaftler. hil

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