ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2014Arbeitswelt: Strategien gegen psychische Belastungen

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Arbeitswelt: Strategien gegen psychische Belastungen

PP 13, Ausgabe Mai 2014, Seite 198

Hillienhof, Arne

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Auf die Bedeutung von psy- chischen Belastungen am Arbeitsplatz hat der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) hingewiesen. Der deutschen Wirtschaft entstünden durch psychische Erkrankungen Kosten von knapp 29 Milliarden Euro pro Jahr. Hohe Ausgaben, beispielsweise für Medikamente, Rehabilitationsmaßnahmen, Krankengeld oder Frührente bei aufgrund von Arbeitsunfähigkeit gleichzeitig sinkenden Beitragseinnahmen, belasteten auch Kranken- wie Rentenkassen stark, sagte der Minister bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ in Kaiserslautern.

Hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Wertschätzung und fehlende Selbstfürsorge gelten als Gründe für psychische Belastungen bei der Arbeit. Foto: dpa
Hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Wertschätzung und fehlende Selbstfürsorge gelten als Gründe für psychische Belastungen bei der Arbeit. Foto: dpa

„Der Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit von Beschäftigten ist daher eine der Zukunftsaufgaben der Arbeitsmarktpolitik. Das Credo ‚Gesund im Job‘ muss aber ebenso zur Selbstverständlichkeit einer jeden Unternehmenskultur werden“, verlangte Schweitzer. Einsatz für die Gesundheit der Beschäftigten forderte auch die bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU). „Unternehmen dürfen die betriebliche Gesund­heits­förder­ung nicht als reinen Kostenfaktor sehen. Es handelt sich vielmehr um eine wichtige Investition in die Vitalität des gesamten Betriebs“, sagte sie bei der Veranstaltung „DAK-Dialog“ in München. Dies gelte auch für den Bereich der psychischen Gesundheit.

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„Bei arbeitsplatzbedingten psychischen Problemen findet man oft eine Kombination von unterschiedlichen Auslösern wie einer hohen Arbeitsbelastung, einer mangelnden Wertschätzung und einer fehlenden Selbstfürsorge der Betroffenen“, erläutert Annette Haver vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Häufig stellten die Betroffenen auch zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst, und es fehlten entsprechende Bewältigungsstrategien. Der Berufsverband habe daher die Initiative „Coach BVDN“ gegründet, die Unternehmen zum Thema psychische Gesundheit berät. „Nicht selten liegt bei einem Arbeitsplatzproblem auch eine psychiatrische Erkrankung zugrunde und kein Arbeitsplatzkonflikt im engeren Sinne – mit den zwangsläufigen Konsequenzen in der Behandlung“, so Haver. hil

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