ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2014Julius Emmrich: Arzt für Madagaskar

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Julius Emmrich: Arzt für Madagaskar

Richter-Kuhlmann, Eva

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Julius Emmrich, Foto: Privat
Julius Emmrich, Foto: Privat

Es begann mit einem Zufall: Während einer Famulatur 2007 in Kamerun traf Dr. med. Julius Emmrich (28) den madagassischen Chirurgen Dr. Elson Randrianantenaina, der sich dort weiterbilden ließ, um zurück in seiner Heimat kompetent zu helfen. Seine Schilderungen und seine humanistische Arbeitsweise beeindruckten Emmrich. Randrianantenaina versuche immer, seine Patienten bestmöglich zu behandeln – teilweise auch ohne Vergütung. „In Madagaskar gibt es keine Krankenversicherung“, berichtet Emmrich. „Wer nicht zahlen kann, stirbt im schlimmsten Fall vor den Toren des Krankenhauses.“

Emmrich, der derzeit als Weiterbildungsassistent in der Anästhesiologie an der Charité in Berlin arbeitet, hat als Medizinstudent afrikanische Lebensverhältnisse in Südafrika, Kamerun und Mali kennengelernt und solche Fälle selbst erlebt. „Das kann man nicht akzeptieren“, sagte er sich und gründete 2011 den Verein „Ärzte für Madagaskar“, dessen Vorsitzender er ist.

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Mittlerweile hat der Verein schon viel bewegt; gerade wird ein Krankenhaus im Süden der Insel um fünf zusätzliche Gebäude erweitert. Zudem wird Geld für einen Nothilfefonds gesammelt, aus dem die Behandlung für die Ärmsten finanziert werden kann. Unter dem Motto „Musik erleben – Leben retten“ organisiert der Verein deshalb am 9. Juni in der Philharmonie Berlin ein Benefizkonzert. Schirmherr ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Emmrich: „Der Kauf einer Karte unter www.aerzte-fuer-madagaskar.de/konzert kann bereits ein Menschenleben retten.“ Eva Richter-Kuhlmann

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