ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2014Qualitätssicherung: Was nicht zutreffend ist!
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. . . Die Einholung des Follow-ups erfordert zweifellos besondere Anstrengungen durch die Krankenhäuser. Einige Aspekte, die die Autoren ansprechen, bedürfen aus unserer Sicht jedoch der Klarstellung beziehungsweise der Kommentierung.

Es ist nicht zutreffend, dass in der externen stationären Qualitätssicherung gemäß § 137 SGB V „bei den direkten Verfahren jährliche Follow-up-Erhebungen durchgeführt werden“. Dies ist nur bei den Leistungsbereichen der Transplantationsmedizin der Fall, da nur in diesen Leistungsbereichen diese Option der Longitudinalbeobachtung besteht. Grundlage ist das Transplantationsgesetz in Verbindung mit den Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer . . . Es ist ebenfalls nicht zutreffend, dass die finanziellen Sanktionen der QSKH-Richtlinie die Follow-up-Erhebung miteinbeziehen. Gemäß § 24 der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) sind in der Transplantationsmedizin finanzielle Sanktionen möglich, wenn weniger als 100 Prozent der Datensätze geliefert werden. Dies bezieht sich allerdings derzeit auf die Datensätze zur Indexleistung (also der Transplantation selbst) und nicht auf die Teildatensätze, der für das Follow-up nach einem, zwei und drei Jahren zu liefern sind. In der – für die Sanktionen maßgeblichen – Sollstatistik wird das Follow-up derzeit nicht berücksichtigt.

Angemerkt sei, dass derzeit im G-BA beraten wird, ob mittels der künftig zur Verfügung stehenden Option der Nutzung der Sozialdaten bei den Krankenkassen die Krankenhäuser bei der Erhebung des Follow-ups entlastet werden können . . .

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Ebenfalls nicht zutreffend ist die Annahme, dass pro Qualitätssicherungsbogen 0,60 Euro Bundeszuschuss vergütet werden. Dieser Zuschlag wird gemäß § 21 QSKH-RL für jede abgerechnete DRG und nicht für jeden für die Qualitätssicherung dokumentationspflichtigen Fall vergütet. Wie von den Autoren in ihrem Beitrag eingangs erwähnt, besteht eine Dokumentationspflicht nur für circa 20 Prozent der stationären Fälle. Somit beträgt die tatsächliche Vergütung der Dokumentationsleistung das Fünffache des von den Autoren angenommenen Betrags . . .

Literatur bei den Verfassern

Dipl.-Med. Hans-Werner Pfeifer, Leiter Referat Qualitätssicherung, GKV-Spitzenverband, 10117 Berlin

Dr. med. Klaus Döbler, KCQ – Kompetenzzentrum Qualitätssicherung/Qualitätsmanagement, MDK Baden-Württemberg, 70176 Stuttgart

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