ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2014Düsseldorf: „Attraktiv und lebenswert“

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Düsseldorf: „Attraktiv und lebenswert“

Dtsch Arztebl 2014; 111(20): A-880 / B-752 / C-714

Klinkhammer, Gisela

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Der 117. Deutsche Ärztetag findet in diesem Jahr in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt statt. Warum es sich lohnt, die Stadt zu erkunden

Foto: Fotolia/Gordon Bussiek
Foto: Fotolia/Gordon Bussiek

Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zumute. Ich bin dort geboren, und es ist mir, als müßte ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, so meine ich die Bolkerstraße und das Haus, worin ich geboren bin . . .“ Das schrieb Heinrich Heine in seiner autobiografischen Schrift „Ideen. Das Buch Le Grand“ in Erinnerung an sein Geburtshaus in Düsseldorf, das heute ein Literaturhaus ist und in jedem Fall einen Besuch lohnt. In den vorderen Räumen beherbergt das Heine-Haus eine Buchhandlung und im hinteren Teil ein Café, in dem häufig Lesungen stattfinden.

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Die Tonhalle, das Konzerthaus in Düsseldorf, ist eines der schönsten Beispiele expressionistischer Baukunst. Fotos (3): Düsseldorf Markteing und Tourismus GmbH
Die Tonhalle, das Konzerthaus in Düsseldorf, ist eines der schönsten Beispiele expressionistischer Baukunst. Fotos (3): Düsseldorf Markteing und Tourismus GmbH

Das Geburtshaus des Dichters ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, in der vom 27. bis 30. Mai der diesjährige 117. Deutsche Ärztetag (DÄT) stattfindet. Und so drückt auch der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, in der Ärztetags-Einladung (DÄ, Heft 10/2014) den Wunsch aus: „dass Sie am Rande der Plenarsitzungen ein wenig Zeit finden, Düsseldorf zu entdecken. Flanieren Sie durch die engen Gassen der Düsseldorfer Altstadt, oder lassen Sie nach einem anstrengenden Sitzungstag an der Rheinuferpromenade die Seele baumeln.“

Die Treppe am Burgplatz ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen.
Die Treppe am Burgplatz ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Bereits bei der Eröffnungsfeier bietet sich die Gelegenheit, eines der schönsten Beispiele expressionistischer Baukunst, das Foyer der Tonhalle, zu besichtigen. Die Tonhalle ist das Konzerthaus in Düsseldorf. Sie wurde im Jahr 2005 komplett umgebaut. Dabei wich der Anstrich des großen Konzertsaals im Stil der 1970er Jahre einem modernen Ambiente in Metallblau. Die Tonhalle befindet sich nördlich der legendären Düsseldorfer Altstadt. Hier reiht sich eine Kneipe an die andere, was ihr den Beinamen „längste Theke der Welt“ eingebracht hat.

Nahe der Altstadt lädt die Königsallee, kurz Kö genannt, zum Flanieren und Einkaufen ein.
Nahe der Altstadt lädt die Königsallee, kurz Kö genannt, zum Flanieren und Einkaufen ein.

Nahe der Altstadt lädt die Königsallee, Kö genannt, zum Flanieren ein. Geteilt ist sie durch den langen Stadtgraben. Charakteristisch für den Prachtboulevard sind die mehr als 200 Bäume, die das Bild der exklusiven Shoppingmeile prägen. Skulpturen, Brunnen und dekorative Brücken verbinden die zwei Straßenseiten der Kö: Auf der Westseite befinden sich überwiegend Banken, auf der Ostseite lassen Boutiquen, Galerien und Einkaufspassagen das Herz von Shopping-Freunden höher schlagen.

Das „K21“, Kunstsammlung NRW, widmet sich im Rahmen der Quadriennale Düsseldorf dem Thema Erde. Fotos (2): picture alliance
Das „K21“, Kunstsammlung NRW, widmet sich im Rahmen der Quadriennale Düsseldorf dem Thema Erde. Fotos (2): picture alliance

Es würde allerdings zu kurz greifen, Düsseldorf nur als Mode- und Einkaufsparadies zu sehen; die Stadt bietet noch viel mehr. Veranstaltungen wie der Altstadtherbst ziehen Zehntausende Gäste an; außerdem beherbergt die Rheinmetropole zahlreiche Theater, Konzerthäuser, Galerien, viele historische Sehenswürdigkeiten und Parkanlagen. Die Museen und die renommierte Düsseldorfer Kunstakademie fördern ebenfalls den guten Ruf der Stadt, und alle vier Jahre rückt das Kunstfestival „Quadriennale Düsseldorf“ die Rheinmetropole in den Fokus der internationalen Kunstwelt.

Lauschige Biergärten in der Altstadt, die auch den Beinamen „längste Theke der Welt“ trägt
Lauschige Biergärten in der Altstadt, die auch den Beinamen „längste Theke der Welt“ trägt

In diesem Jahr findet sie zeitgleich mit dem Deutschen Ärztetag statt. Vorgestellt wird das Festival von Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers: „Dieses außergewöhnliche Kunstfestival befasst sich diesmal mit der Geschichte der Kunst, der Technik und der Wissenschaft. Unter dem Leitthema ,Über den Morgen hinaus’ bereiten die renommierten Museen und Ausstellungshäuser der Landeshauptstadt hochkarätige Ausstellungen vor.“

Kulturell bereichert wird Düsseldorf auch von seiner japanischen Gemeinde, der größten in Deutschland. Rund um das Hotel Nikko an der Immermannstraße ist das japanische Viertel entstanden – mit
landestypischen Supermärkten, Buchhandlungen, Restaurants und vielem mehr. Der Ärztetag wird musikalisch von der Trommlergruppe „Wadokyo“ begleitet, die im Jahr 2000 von Frank Dubberke und Romeo Bay in Düsseldorf gegründet wurde. Es ist, so die DÄT-Einladung, „eine einzigartige Formation von Trommlern mit hohen Idealen. In der Symbiose von Hingabe und Ästhetik liegt der Zauber dieser Taiko-Gruppe, die aus einer fernöstlichen Tradition ihren eigenen, weltweit beachteten Stil entwickelt hat. Heute tourt ,Wadokyo‘ mit großem Erfolg durch ganz Europa und ist selbst in Japan ein Begriff“.

Lohnenswert für Düsseldorf-Besucher sind auch Tagesausflüge zur Zeche Zollverein und zur Villa Hügel in Essen oder zur nahegelegenen Museumsinsel Hombroich und Schloss Dyck. „Erholung und Zerstreuung finden Sie sicher auch auf Schloss Benrath mit seinem weitläufigen Park und dem dortigen Museum für Europäische Gartenkunst“, empfiehlt Montgomery. Es wurde vor mehr als 200 Jahren im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor im Düsseldorfer Süden erbaut. Köln, das seit langem auf verschiedenen Gebieten „eine gepflegte Rivalität“, so ein Buchtitel, mit Düsseldorf austrägt, ist im Übrigen auch nur 40 Kilometer entfernt.

Düsseldorf sei eine der attraktivsten und lebenswertesten Städte Deutschlands, wirbt die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) für die Landeshauptstadt. Und das bevölkerungsreichste Bundesland bezeichnet sie als „herausragenden Gesundheitsstandort“. Die Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sowie die medizinischen Einrichtungen in Bochum betrieben Hochleistungsmedizin in der Patientenversorgung und dienten gleichzeitig den medizinischen Fakultäten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in Forschung und Lehre. „Und aus einem weiteren Grund passt es besonders gut, dass der kommende Deutsche Ärztetag in Nordrhein-Westfalen stattfindet: Die Gesundheitswirtschaft ist die bedeutendste Einzelbranche bei uns“, schreibt Kraft in einem Grußwort. „Mehr als 1,1 Millionen Menschen sind hier beschäftigt und erzielen derzeit einen jährlichen Umsatz von rund 58 Milliarden Euro.“

Elbers verweist besonders auf die Messen Medica und Rehacare, „die zusammen mit international besetzten Kongressen für den guten Ruf Düsseldorfs als weltoffene Stadt dienen, die medizinisch und wissenschaftlich auf sehr hohem Niveau agiert“. Das CCD Congress Center Düsseldorf, in dem die Plenarsitzungen des 117. Deutschen Ärztetages stattfinden, liegt im Norden Düsseldorfs nahe dem Rhein. Das Kongresszentrum ist Teil des Düsseldorfer Messegeländes und unmittelbar angeschlossen an die umliegenden Messehallen.

Gisela Klinkhammer

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