ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2014PTS: Weiterhin evidenzbasiert
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Wir meinen, diese Publikation weist gravierende Fehler auf, so dass daraus valide Ergebnisse nicht abgeleitet werden dürfen.

Im Folgenden werden nur einige Defizite aufgeführt.

  • Die Erstautorin der Studie, Susan Kahn, schreibt zusammen mit Kollegen in einer früheren Publikation (2006): Mittels der Ginsberg-Klassifikation können nur 8,3 Prozent der PTS-Patienten erfasst werden. Dennoch wendet sie in der aktuellen Publikation diese Klassifikation an, und das nur unvollständig: So werden zwar die subjektiven Parameter abgefragt, jedoch nicht die objektiven gemessen. Ergebnisse der Photoplethysmographie liegen in keinem Fall vor, die Duplexsonographie wurde lediglich bei 574 Patienten eingesetzt (Refluxnachweis).
  • Die Autoren berichten über Patienten mit proximaler tiefer Beinvenenthrombose. Tatsächlich sind es aber 307 Patienten mit iliakaler oder femoraler-com-Thrombose und 488 Patienten mit femoraler oder poplitealer Thrombose. Daraus muss geschlossen werden, dass es sich um Ein-Etagen-Thrombosen handelt, die extrem selten sind. So fand Feuerstein phlebographisch bei insgesamt 380 PTS-Patienten keine einzige isolierte Poplitealvenenthrombose und nur in 2,9 Prozent der Fälle eine isolierte Femoral-Venenthrombose. Er konnte zeigen, dass mehr als 50 Prozent der Thrombosen im Unterschenkel und in der Poplietalregion und im Oberschenkel lokalisiert sind (Mehr-Etagen-Thrombosen). Es muss deshalb die Frage erlaubt sein: Wie konnten die Autoren 800 Patienten regenerieren, die nur in einer Etage eine Thrombose erlitten?
  • Die Strumpflänge wird nicht angegeben, ist aber von Bedeutung. Patienten mit Schenkelstrümpfen erleiden in 32,6 Prozent ein PTS, mit Wadenstrümpfen in 35,6 Prozent der Fälle (Prandoni et al.).
  • Über die Compliance, einen Kompressionsstrumpf zu tragen, wird ausführlich berichtet, leider aber nicht, auf welche Weise die Werte ermittelt wurden. Sind sie nur vom Patienten erfragt worden (ungenau) oder, wie üblich, durch ein entsprechendes Tagebuch des Patienten gewonnen?
  • Der verwendete Placebo-Strumpf hatte nur weniger als 5 mmHg Anpressdruck im Fesselbereich. Ein solcher Strumpf muss im proximalen Bereich rutschen, weist keinen Druck mehr auf, ganz zu schweigen von der Passgenauigkeit. 
  • Der Nachweis der wirksamen Prävention eines PTS mittels eines Kompressionsstrumpfs ist nicht nur in zwei Studien (Prandoni et al. und Brandjes et al.), sondern auch in einer Metaanalyse (Musani et al.), einem systematischen Review (Giannoukas et al.) und internationalen Leitlinien (z. B. Jaff et al. und Kearon et al.) erbracht worden.

Literatur bei den Verfassern

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Prof. Dr. Volker Wienert, 52072 Aachen
Prof. Dr. Markward Marshall, 83684 Tegernsee

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