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Ihr Autorinnen-Duo mit dem ausgestreckten moralischen Zeigefinger vergaß nur zu erwähnen, dass sich die Leistungseinschränkungen für Asylbewerber auf eines der besten und umfassendsten Gesundheitsversorgungssysteme der Welt beziehen. Sogar Kollegen aus anderen EU-Ländern klappt der Unterkiefer herunter, wenn ich ihnen erzähle, dass Akupunktur in Deutschland eine Kassenleistung ist. Und selbst die eingeschränkten Leistungen für Asylbewerber bewegen sich auf einem Niveau, von dem deren daheimgebliebene Landsleute aus den meisten Herkunftsländern nicht einmal zu träumen wagen. Noch bis dato gab es selbst in den USA viele hart arbeitende Menschen, die sich überhaupt keine Kran­ken­ver­siche­rung leisten konnten. Ist das gerecht? Es ist also alles eine Frage der Maßstäbe, die den Autorinnen auf ihrem hohen moralischen Ross gänzlich abhanden gekommen zu sein scheinen.

Ein Solidarsystem kann nur funktionieren, wenn sich innerhalb einer definierten Gruppe Geben und Nehmen die Waage halten. Das gilt auch für einen Staat wie Deutschland insgesamt, man komme mir also nicht mit dem Vorschlag, der Staat müsse mit Steuergeldern helfen, wenn nachgeordnete Solidarsysteme in die Schieflage geraten. Solche simplen Zusammenhänge sollten auch dem von Ihren Autorinnen wohlwollend zitierten Kölner Diözesan-Caritasdirektor bekannt sein. Seine Forderung nach „vollem Zugang zum Gesundheitswesen“ für „jeden Flüchtling“ liefe darauf hinaus, dass die Sozialleistungen Deutschlands mit gerade mal einem Prozent Weltbevölkerungsanteil im Rahmen der „Willkommenskultur“ auch den übrigen 99 Prozent zur Verfügung stünden. Auch schlichtere Gemüter als dieser Herr wissen genau, wohin das führt . . .

Dr. med. Jürgen Horn, 35510 Butzbach

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