ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2014Gendergesundheit: Geburtshilfe unberücksichtigt
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In Ihrem Beitrag und wahrscheinlich auch auf dem Kongress blieb ein wichtiger Aspekt unberücksichtigt: Wie sieht es in dem Bereich des Gesundheitswesens aus, der wirklich nur die Frauen betrifft?

Hier ist in erster Linie die Geburtshilfe zu nennen, die total unterfinanziert ist. Die wahren (geschweige denn die wünschenswerten) Kosten werden bei einem Erlös von unter 2 000 Euro für eine „unkomplizierte“ Geburt nicht widergespiegelt. Jeder Geschäftsführer verzweifelt daran und hat nur noch eins im Sinn: die Abteilung aufgeben, und zwar möglichst schnell! Operationen, die vor allem Ältere (Schwerpunkt Männer) betreffen, wie Herzkatheter mit Stents oder Endoprothesen, bringen ein Vielfaches und haben meistens weniger Vorhaltekosten als die Geburtshilfe.

Auch die politischen Gremien verhalten sich hier ähnlich: So hat der G-BA als Mindestausstattung für ein Perinatalzentrum Level I eine einzige Hebamme pro Schicht vorgeschrieben. Von Zuwendung in einer solchen Ausnahmesituation und Ermöglichen einer angstfreien Entbindung durch eine Eins-zu-eins-Betreuung (Hebamme zu Schwangere) sind wir da weit entfernt. Aber eigentlich sollen ja auch lieber Kaiserschnitte gemacht werden, das rettet den Erlös wenigstens etwas.

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Es ist gut, wenn jetzt einzelne Bereiche auf eine Vernachlässigung der weiblichen Interessen und Besonderheiten untersucht werden.

Die Missachtung der weiblichen Würde und Gesundheit durch die viel zu geringen Mittel für die Geburtshilfe ist aber schon jetzt offensichtlich und verlangt nach raschen Taten der Verantwortlichen!

Dr. med. Swana Swalve-Bordeaux, 24340 Eckernförde

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