ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2014Auslöser und Therapie der Anaphylaxie

MEDIZIN: Originalarbeit

Auslöser und Therapie der Anaphylaxie

Auswertung von mehr als 4 000 Fällen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Triggers and treatment of anaphylaxis: an analysis of 4000 cases from Germany

Dtsch Arztebl Int 2014; 111(21): 367-75; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0367

Worm, Margitta; Eckermann, Oliver; Dölle, Sabine; Aberer, Werner; Beyer, Kirsten; Hawranek, Thomas; Hompes, Stephanie; Koehli, Alice; Mahler, Vera; Nemat, Katja; Niggemann, Bodo; Pföhler, Claudia; Rabe, Uta; Reissig, Angelika; Rietschel, Ernst; Scherer, Kathrin; Treudler, Regina; Ruëff, Franziska

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Hintergrund: Die Anaphylaxie ist die schwerste Manifestation einer mastzellabhängigen Sofortreaktion und kann tödlich verlaufen. Daten aus dem Berliner Raum ergaben eine Inzidenz von 2–3 pro 100 000 Einwohner pro Jahr.

Methoden: Ausgewertet wurden die Daten des Anaphylaxie-Registers in Bezug auf Auslöser, Symptome und Versorgung von 2006–2013 sowie der protokollierten Einsätze der ADAC-Luftrettung von 2010–2011.

Ergebnisse: Im Register wurden 4 141 Patienten erfasst, bei der ADAC-Luftrettung 1 123 Fälle. Im Register wurden als Auslöser für die Anaphylaxie vorwiegend Insektengifte (n = 2 074; 50,1 %), Nahrungsmittel (n = 1 039; 25,1 %) und Medikamente (n = 627; 15,1 %) genannt. Innerhalb dieser Gruppen waren Wespen- (n = 1 460) und Bienenstiche (n = 412), Hülsenfrüchte (n = 241) und tierische Proteine (n = 225) sowie Schmerzmittel (n = 277) die häufigsten Ursachen. Erdnuss, Kuhmilch und Hühnerei waren bei Kindern am häufigsten Auslöser einer Nahrungsmittel-Anaphylaxie, während bei Erwachsenen Weizen und Schalentiere überwogen. Die relative Häufigkeit der Auslöser war altersabhängig. Eine Auswertung der Notarzteinsätze zeigte, dass Adrenalin bei Schweregrad 3 beziehungsweise 4 bei 14,5 % und 43,9 % der Patienten des Anaphylaxie-Registers sowie bei 19 % und 78 % der Patienten, die von der Luftrettung versorgt werden mussten, eingesetzt wurde.

Schlussfolgerung: Wespen- und Bienengift, Hülsenfrüchte, tierisches Eiweiß sowie Schmerzmittel waren die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie. Ihre Häufigkeit war altersabhängig. Die Gabe von Adrenalin erfolgte zu selten, obwohl es gemäß der Leitlinien ab Schweregrad 2 empfohlen wird.

LNSLNS

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Köln AöR, Köln: PD Dr. med. Rietschel

Allergy Unit, Department of Dermatology, University Hospital Basel, Basel, Schweiz: PD Dr. med. Scherer

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipzig: Prof. Dr. med. habil. Treudler

Allergie Zentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München: Prof. Dr. med. Ruëff

* Die beiden Autoren teilen sich die Erstautorenschaft

Unter einer Anaphylaxie versteht man eine akute systemische Reaktion mit den Symptomen einer allergischen Sofortreaktion, die den gesamten Organismus erfassen kann und potenziell lebensbedrohlich ist (13). Die Anaphylaxie kann tödlich verlaufen oder zu bleibenden Schäden führen (3). Vor allem durch Nahrungsmittel und Insektengifte ausgelöste Anaphylaxien sind pathophysiologisch überwiegend IgE-vermittelte Typ-I-Allergien, in seltenen Fällen kann auch eine direkte Aktivierung der Mastzellen ursächlich sein.

Bislang gibt es weltweit keine einheitliche Definition der Anaphylaxie. Ein mechanistischer Ansatz verwendet den Begriff Anaphylaxie für systemische Allgemeinreaktionen jeglichen Schweregrades (4). Die derzeit überwiegend verwendete Definition beschreibt die Anaphylaxie als schwere Allgemeinreaktion mit Symptomen an verschiedenen Organsystemen (Haut und Schleimhaut, Respirationstrakt, kardiovaskuläres System, Gastrointestinaltrakt) (5). Die Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie sind vielfältig (Kasten).

Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Kasten
Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Methoden
Methoden
eKasten 1
Methoden

Epidemiologie

Zur Epidemiologie der Anaphylaxie gibt es zwar weltweit Daten, jedoch sind die Auslöser und ihre Häufigkeiten regional und in Abhängigkeit der erfassten Patienten verschieden (6, 7). Ein zentrales Problem ist, dass die ICD-10-Kodierung keine einzelne Ziffer für die verschiedenen Formen anaphylaktischer Reaktionen beziehungsweise für den anaphylaktischen Schock vorsieht. So müssen Erhebungen, die mit ICD-10-Diagnosen arbeiten, mehrere Kodierungsziffern berücksichtigen, um Anaphylaxien angemessen zu erfassen.

Daten zur Epidemiologie der Anaphylaxie aus den USA geben eine Inzidenz von bis zu 40–50 Personen pro 100 000 Einwohner an pro Jahr (8), während die Zahlen beispielsweise für England mit 6–8 Fällen auf 100 000 Einwohner geringer ausfallen (9).

In einer kürzlich publizierten Studie der eigenen Arbeitsgruppe zusammen mit den Berliner Notärzten ergab sich eine Inzidenz der Anaphylaxie von 2–3 Personen auf 100 000 Einwohner (10). Zwar sind die Daten je nach Erhebungsort, -zielgruppe und -kriterien unterschiedlich, jedoch zeigen sie insgesamt, dass die Anaphylaxie als schwerste Manifestation einer Allergie ein seltenes Ereignis darstellt.

Untersuchungen aus den USA und Australien legen nahe, dass die Zahl der Patienten mit Anaphylaxie in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat (8, 11). Dies betrifft vor allem schwere allergische Reaktionen, die durch Nahrungsmittel oder Medikamente ausgelöst wurden (8).

Therapie der Anaphylaxie

Gemäß der aktuellen Leitlinie zur Akuttherapie der Anaphylaxie sollten Patienten mit schweren allergischen Reaktionen, die respiratorische und/oder kardiovaskuläre Symptome aufweisen, medikamentös primär mit Adrenalin intramuskulär behandelt werden (12) – obgleich die Evidenzlage aufgrund des Fehlens kontrollierter Studien gering ist (13).

Maßnahmen wie adäquate Lagerung, Zufuhr von Flüssigkeit (Blutvolumen) und die Gabe von Sauerstoff sind weitere essenzielle Bausteine der Therapie. Zusätzliche Medikamente, die in der akuten Situation appliziert werden sollten, sind H1- und H2-R-blockierende Antihistaminika und Kortikosteroide, wobei auch hier kontrollierte Studien zur Wirksamkeit bei der Therapie der Anaphylaxie fehlen (9). Bei asthmatischen Symptomen werden zusätzlich inhalative Beta-2-Sympathomimetika empfohlen. Eine Übersicht der derzeit empfohlenen Therapiemaßnahmen der Anaphylaxie gibt Tabelle 1.

Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie
Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie
Tabelle 1
Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie

Fragestellung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Auslöser der Anaphylaxie mit Hilfe der Daten aus dem Anaphylaxie-Register zu identifizieren und in Bezug auf das Alter der Patienten und ihrer relativen Häufigkeit darzustellen. Um die Versorgungssituation von Anaphylaxie-Patienten abzubilden, werden Daten zur Versorgung aus dem Anaphylaxie-Register vergleichend mit Primärdaten von Notärzten (exemplarisch für den Berliner Raum und deutschlandweit der ADAC-Luftrettung) vorgestellt.

Methoden

Es erfolgte eine retrospektive Auswertung der Daten des Anaphylaxie-Registers (dort werden Daten von Patienten mit schweren allergischen Symptomen erhoben, das heißt Haut- und Schleimhautsymptome sowie respiratorische und/oder kardiovaskuläre Symptome) in Bezug auf Auslöser, Symptome, Diagnostik, Begleiterkrankungen und Versorgung von 2006–2013 sowie der protokollierten Einsätze der ADAC-Luftrettung von 2010–2011.

Die Daten aus der Befragung der Notärzte im Berliner Raum wurden bereits publiziert und werden für die hier verwendete Auswertung ausschließlich vergleichend für den Zeitraum 2010–2011 erneut herangezogen (10). Eine genaue Beschreibung der Methode und der statistischen Auswertung ist dem eKasten 1 zu entnehmen.

Ergebnisse

Die hier dargestellten Ergebnisse umfassen die an das Register gemeldeten Fälle vom 1. 1. 2006 bis 31. 3. 2013. Insgesamt 4 141 Fälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden nach Prüfung der Einschlusskriterien (Vorliegen eines hinreichenden Schweregrades und nicht länger als 12 Monate zurückliegende Reaktion) berücksichtigt. 2 173 Patienten waren weiblich und 1 968 männlich. In der Gesamtgruppe waren 3 168 Erwachsene (1 840 weiblich und 1 328 männlich) und 973 Kinder (333 weiblich und 640 männlich). Die Zuordnung der Patienten aufgrund der eingetragenen Symptome zu den Schweregraden nach Ring und Messmer (4) (Tabelle 2) zeigt, dass gemäß der Einschlusskriterien > 85 % der Reaktionen den Schweregraden II und III zuzuordnen waren. Schweregrad-IV-Reaktionen wurden selten gemeldet (n = 107). Bei Erwachsenen waren dies 3,1 % und bei den Kindern 0,9 % der Fälle (Grafik 1).

Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Grafik 1
Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen
Tabelle 2
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen

Auslöserprofil

Nahrungsmittel wurden überwiegend als Auslöser schwerer allergischer Reaktionen im Kindesalter (0–17 Jahre) genannt (Grafik 2). Bei Erwachsenen (> 18 Jahre) wurden die Insektengifte überwiegend als Auslöser schwerer allergischer Reaktionen gemeldet. Bezüglich des detaillierten Auslöserprofils zeigten weiterführende Analysen, dass Nahrungsmittelallergene wie Hühnerei und Kuhmilch sowie Baum- und Erdnüsse (14) überwiegend bei Kindern berichtet wurden (Grafik 3). Bei Erwachsenen fanden sich die Nahrungsmittel an dritter Stelle als Auslöser schwerer allergischer Reaktionen (Grafik 2), wenn die Daten aus dem Anaphylaxie-Register berücksichtigt wurden. Hier waren die überwiegend angegebenen auslösenden Nahrungsmittel Weizen, Sellerie, Soja sowie Krusten- und Schalentiere (Grafik 3). Die einzelnen Nahrungsmittel als Auslöser schwerer allergischer Reaktionen im Gesamtkollektiv sind in Tabelle 3a dargestellt.

Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Grafik 2
Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Grafik 3
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3a
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie

Auch Medikamente waren Auslöser schwerer allergischer Reaktionen, insbesondere die nichtsteroidalen Antiphlogistika (Tabelle 3b). Hier fanden sich als auslösende Substanzen Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen (Tabelle 3c). Eine weitere große Medikamentengruppe als Auslöser anaphylaktischer Reaktionen waren die Antibiotika, vor allem die Beta-Lactam-Antibiotika mit Penicillinen und Cephalosporinen. Bei den Insektengiften wurde als Auslöser vor allem Wespengift angegeben (1 460 = 70,4 %), seltener Bienengift (419 = 19,9 %) oder andere (Tabelle 3d).

Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3b
Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3c
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3d
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie

Notfallversorgung

Die Daten zur Versorgung aus dem Anaphylaxie-Register werden aus Patientendaten generiert, dabei werden nicht immer Notfallprotokolle berücksichtigt. Daher haben die Autoren die Daten aus dem Anaphylaxie-Register im Vergleich zu Primärdaten von Notärzten aus der Berliner notärztlichen Versorgung und der ADAC-Luftrettung mitherangezogen.

Die Ergebnisse zeigen, dass der überwiegende Anteil der Patienten mit anaphylaktischen Reaktionen primär Antihistaminika und Kortikosteroide und zu einem geringen Prozentsatz Adrenalin im Rahmen der Notfallversorgung erhielt (Grafik 4). Hier ist zu berücksichtigen, dass die Daten aus dem Anaphylaxie-Register und der Berliner Notärzte Ergebnisse sind, die die Schweregrade II bis IV nach Ring und Messmer (4) beinhalten. Die Luftrettungsdaten wurden in einer retrospektiven Auswertung erhoben, in der auch Schweregrad I berücksichtigt wurde. Die Anwendungsfrequenz von Adrenalin als Medikament der ersten Wahl ab Schweregrad II gemäß nationaler und internationaler Leitlinien war innerhalb der Schweregrade unterschiedlich. Für Schweregrad III lag die Anwendungsquote bei 14,5 % für die Daten aus dem Anaphylaxie-Register, bei 25 % für die Berliner Notärzte und bei 19 % der Luftrettung. Für Schweregrad IV lagen die Anwendungsquoten bei 43,9 % für die Daten aus dem Anaphylaxie-Register, bei 100 % für die Berliner Notärzte und bei 78 % für die Luftrettung.

Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin
Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin
Grafik 4
Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin

Diskussion

Mit Hilfe des Anaphylaxie-Registers ist es erstmals gelungen, für den deutschsprachigen Raum anhand einer standardisierten Erhebung klinisch-epidemiologische Daten von Patienten mit Anaphylaxie zu erhalten. Die Daten zu den Auslösern der Anaphylaxie zeigen, dass ihre Häufigkeit altersabhängig ist. Die führenden Auslöser sind Nahrungsmittel, Insektengifte und Medikamente. Vergleichbare Daten finden sich auch in anderen Untersuchungen Europas, beispielsweise aus Frankreich oder Spanien (15, 16).

In der Literatur sind bei Kleinkindern Milcheiweiß und Hühnerei als häufige Auslöser einer Anaphylaxie beschrieben (14), während im Schulalter Erdnüsse und Baumnüsse (Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Paranüsse, Macadamia) als Auslöser einer Nahrungsmittelallergie nicht nur in Europa, sondern auch in den USA (17) häufig vorkommen. Dies entspricht auch den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit, in der die genannten Nahrungsmittelallergene überwiegend als Auslöser der schweren allergischen Reaktion im Kindesalter gemeldet wurden.

Die Nahrungsmittelallergene als Auslöser einer Anaphylaxie wird auch von den Essgewohnheiten der Bevölkerung bestimmt, so sind beispielsweise Krusten- und Schalentiere häufige Auslöser einer Anaphylaxie in Asien (18). Bei Erwachsenen dominieren im deutschsprachigen Raum Insektengifte als Auslöser der Anaphylaxie. Hier ist die Notwendigkeit einer geeigneten allergologischen Diagnostik und Therapieeinleitung besonders hervorzuheben, da die spezifische Immuntherapie eine kausale Behandlungsmöglichkeit darstellt, um einen hohen Schutz im Falle eines erneuten Stichs aufzubauen (19).

Die Daten zu den Medikamenten als Auslöser zeigen hohe Reaktionszahlen, vor allem für Schmerzmittel und Antibiotika. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diese Medikamente sehr verbreitet eingesetzt werden. Inwieweit hier zusätzliche Faktoren wie beispielsweise das Vorliegen einer aktiven Infektion für die Auslösung der Anaphylaxie bedeutsam ist, muss in zukünftigen Untersuchungen geklärt werden.

Auch wenn Nahrungsmittel oder Medikamente Auslöser einer Anaphylaxie waren, sollte gemäß der Leitlinie zum Management der Anaphylaxie immer eine weitere allergologische Diagnostik – einschließlich Haut- (bevorzugt als Pricktest), Blut- (sIgE-) und gegebenenfalls Provokationstestungen – erfolgen, um eine entsprechende Beratung zu ermöglichen (12). Da bis zu einem Drittel der Patienten mit schweren allergischen Reaktionen wiederholt reagieren können (20), ist neben der Ausstellung eines Allergiepasses, in dem Zeitpunkt, Auslöser und Symptome der stattgehabten Reaktion dokumentiert werden, die Verordnung eines Notfallsets, bestehend aus Adrenalinautoinjektor, Antihistaminikum und Kortikosteroid, sowie eine ausreichende Aufklärung über deren Anwendung im Notfall erforderlich (12).

Für die Insektengifte (Biene und Wespe) stehen geeignete Hauttestlösungen und spezifische IgE-Testverfahren zur Verfügung, während bei Medikamenten (Haut- und IgE-Test) und auch Nahrungsmitteln (vor allem Hauttest) die Diagnostik nur eingeschränkt möglich ist. Die weitere Diagnostik nach einer Anaphylaxie sollte immer durch entsprechend ausgewiesene ärztliche Kollegen erfolgen.

Die Daten zur Notfallversorgung von Patienten mit schweren allergischen Reaktionen zeigen eine Diskrepanz zwischen den aktuell in den Leitlinien genannten Behandlungsempfehlungen (Adrenalineinsatz ist ab Schweregrad II empfohlen) und der tatsächlichen Versorgung von Patienten (12, 21). Diese Diskrepanz wird besonders deutlich, wenn die Daten stadienunabhängig betrachtet werden.

In der Gesamtbetrachtung wurden 12,3 % der Patienten aus dem Anaphylaxie-Register, 8,6 % der Patienten der Luftrettung und 21,6 % der Patienten der Berliner Notärzte mit Adrenalin behandelt. Wird jedoch der Schweregrad IV berücksichtigt, findet sich eine Zunahme der Anwendungsfrequenz von 43,9 % (Anaphylaxie-Register) und 78 % (Luftrettung) zu 100 % (Berliner Notärzte). Hier ist zu erwähnen, dass bislang an das Anaphylaxie-Register 7 Todesfälle gemeldet wurden (6 Fälle aus Deutschland, 1 Fall aus Österreich, davon waren dreimal Nahrungsmittel die Auslöser, dreimal Wespengift und einmal ein Medikament). Zwar ergibt sich rechnerisch eine hohe Überlebensrate, jedoch werden an das Anaphylaxie-Register in der Regel Patienten gemeldet, die aktiv ein Allergie-Zentrum zur Diagnostik und Therapie aufsuchen.

Die Evidenz für einen positiven Einfluss der Verabreichung von Adrenalin auf das Überleben eines Anaphylaxie-Patienten ergibt sich aus früheren Studien (13, 22, 23). Aufgrund dieser Studienergebnisse wird Adrenalin in den Leitlinien zur Akuttherapie schwerer allergischer Reaktionen als Medikament der Wahl empfohlen (12), obwohl prospektive kontrollierte Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Adrenalin in der Behandlung der Anaphylaxie fehlen. Es wurde gezeigt, dass Patienten, die zwei Adrenalingaben vor Erreichen in der Notaufnahme erhalten hatten, weniger häufig hospitalisiert wurden als Patienten, die die zweite oder beide Gaben erst in der Notaufnahme bekommen hatten. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass es sich bei dieser Kohorte um kleine Fallzahlen (n = 58) handelt. Umgekehrt wurde bei Personen, die infolge einer Anaphylaxie gestorben waren, beobachtet, dass Adrenalin nicht oder verspätetet eingesetzt worden war (23).

Für den zurückhaltenden Einsatz von Adrenalin in der Akuttherapie – vor allem der Schweregrade II und III – können verschiedene Faktoren ursächlich sein. Adrenalin besitzt ein enges therapeutisches Fenster, und es wurde in der Vergangenheit von kardiovaskulären Komplikationen bei entsprechend vorerkrankten Patienten berichtet (24, 25). Auch eine Überdosierung kann fatale Folgen haben (23). Demgegenüber ist zu berücksichtigen, dass bei betroffenen Kindern und jungen Erwachsenen das Risiko des Auftretens kardiovaskulärer Nebenerscheinungen wie einer Tachyarrhythmie als gering einzustufen ist.

Adrenalin wurde von den Berliner Notärzten im Vergleich zu den Notärzten vom ADAC häufiger und vor allem in Stadium IV in 100 % der Fälle gegeben. Hier ist wahrscheinlich bedeutsam, dass durch die schulungsähnliche Projektvorstellung bei den Berliner Notärzten im Vorfeld der Datenerhebung ein positiver Effekt bezüglich des Erkennens und der konsekutiven Adrenalinanwendung entstanden sein kann. Künftige Aktivitäten zielen darauf ab Ärzte und Patienten bezüglich der Notfallversorgung standardisiert zu schulen. Auch andere Arztfachrichtungen, wie beispielsweise Allgemeinmediziner, Radiologen oder Onkologen sowie weitere Berufsgruppen (Rettungsassistenten), die Patienten bei einem Notfall betreuen, sollten geschult werden.

Limitationen

Limitierend bezüglich der vorgelegten Daten ist, dass das Anaphylaxie-Register ausschließlich Daten von Allergiezentren und/oder von im Schwerpunkt allergologisch tätigen Praxen erhält. Da nicht alle Patienten diese medizinische Fachbetreuung nach Auftreten einer schweren allergischen Reaktion aufsuchen, ergibt sich hier ein Bias. So fanden die Autoren der vorliegenden Arbeit beispielsweise in der Primärerhebung durch Notärzte eine andere Verteilung bezüglich der Auslöser (am häufigsten wurden hier Nahrungsmittel bei Kindern und Erwachsenen als mögliche Auslöser angegeben) (10).

Eine weitere frühere Analyse bei niedergelassenen Ärzten zeigt, dass die Häufigkeit der Auslöser durch die Fachrichtung der meldenden Kollegen maßgeblich mitbestimmt wird (zum Beispiel Chemotherapeutika durch Onkologen) (26).

Zwar ist eine große Anzahl der teilnehmenden Zentren innerhalb des Anaphylaxie-Registers aktiv, jedoch werden nicht alle schweren allergischen Reaktionen, die in Allergiezentren in Deutschland gesehen werden, berücksichtigt. Aufgrund der hohen Anzahl der teilnehmenden Zentren innerhalb des Registers ist jedoch ein Sentinel-Charakter anzunehmen.

Resümee

Es ist zu hoffen, dass durch die Daten aus dem Anaphylaxie-Register in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften und anderen Facharztgruppen sowie durch eine Etablierung standardisierter Patientenschulungen die Versorgungssituation von Anaphylaxie-Patienten mit schweren allergischen Reaktionen in Deutschland verbessert wird. Dies ist nicht zuletzt deshalb erforderlich, da es sich um die schwerste und potenziell tödliche Manifestation einer mastzellabhängigen Reaktion handelt.

Berichtigung

In dem Beitrag „Intensivierte Hämodialyseverfahren bei Erwachsenen und im Kindes- und Jugendalter“ von Julia Thumfart und Koautoren im Deutschen Ärzteblatt vom 4. 4. 2014 (Heft 14) stimmt in der Tabelle 2 in der Spalte für „Phosphat“ die im Tabellenkopf angegebene Einheit „mg/dL“ nicht für die Werte aus den Studien von Fischbach et al., Hoppe et al. und Bergman et al. Die Einheit für die Zahlen aus diesen Studien lautet „mmol/L“. MWR

Danksagung
Die Autoren danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit (siehe eKasten 2 sowie www.anaphylaxie.net/index.php?id=968). Die Arbeit wurde zum Teil durch den Förderpreis der Kanert-Stiftung sowie von NORA e. V. (Network für Online Registration of Anaphylaxis) unterstützt.

Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:
Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:
eKasten 2
Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:

Interessenkonflikt
Prof. Worm wurde honoriert für Beratertätigkeit von den Firmen ALK-Abello, Allergopharma, Bencard, Hal Allergy, Meda Pharma, Novartis und Thermo Fisher Scientific. Sie bekam Vortragshonorare von den Firmen Allergopharma, ALK-Abello und Meda Pharma. Studienunterstützung (Drittmittel) wurde ihr zuteil von den Firmen ALK-Abello und Meda Pharma.

Prof. Beyer bekam Honorare für Beratertätigkeit und Vorträge, Kongressgebühren- sowie Reisekostenerstattung von den Firmen ALK-Abello und Meda Pharma.

Dr. Hawranek wurde für Beratertätigkeit honoriert von der Firma ALK-Abello. Er bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von den Firmen ALK-Abello und Meda Pharma.

Dr. Hompes erhielt Reisekostenerstattung von der Firma Meda Pharma.

Dr. Koehli wurde für Beratertätigkeit (Advisory Board) honoriert und bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung von der Firma ALK-Abello. Sie wurde für Vorträge honoriert von der Firma Meda Pharma.

Dr. Nemat bekam Vortragshonorare von den Firmen Thermo Fisher Scientific, Nutricia, Novartis und Hal Allergy.

Prof. Pföhler erhielt Vortragshonorare von den Firmen Bencard, Hal Allergy, ALK-Abello und Stallergenes.

Dr. Rabe bekam Vortragshonorare von der Firma Meda Pharma.

PD Dr. Rietschel wurde honoriert für Beratertätigkeit (Advisory Board) und Vorträge von der Firma Meda Pharma.

Prof. Treudler bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von den Firmen ALK-Abello und Meda Pharma. Studienunterstützung wurde ihr zuteil von den Firmen ALK-Abello, Thermo Fisher Scientific.

Prof. Mahler wurde für Vorträge honoriert von der Firma Meda Pharma.

Prof. Ruëff bekam Kongressgebühren erstattet von der Firma ALK-Abello. Reisekosten wurden für sie übernommen von den Firmen ALK-Abello, HAL Allergy und Bencard. Sie erhielt Vortragshonorare von den Firmen ALK-Abello, HAL Allergy, Bencard, Novartis, Interplan und Agentur Herzberg. Studienunterstützung wurde ihr zuteil von den Firmen ALK-Abello, HAL Allergy, Pierre Fabre, Bencard und Thermo Fisher Scientific.

Herr Eckermann, Dr. Dölle, Prof. Aberer, Prof. Niggemann, PD Dr. Reissig und PD Dr. Scherer erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 19. 4. 2013, revidierte Fassung angenommen: 24. 3. 2014

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Margitta Worm
Allergie-Centrum-Charité
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
margitta.worm@charite.de

Zitierweise
Worm M, Eckermann O, Dölle S, Aberer W, Beyer K, Hawranek T,
Hompes S, Koehli A, Mahler V, Nemat K, Niggemann B, Pföhler C, Rabe U,
Reissig A, Rietschel E, Scherer K, Treudler R, Ruëff F: Triggers and treatment of anaphylaxis: an analysis of 4000 cases from Germany,
Austria and Switzerland. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 367–75.
DOI: 10.3238/arztebl.2014.0367

@eKasten:
www.aerzteblatt.de/14m0367 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin:Prof. Dr. med. Worm, Dr. rer. medic. Dölle, Dr. rer. medic. Hompes
ADAC Luftrettungszentrum Senftenberg: Eckermann
Hautklinik, Universitätsklinikum Graz, Österreich: Prof. Dr. med. univ. Aberer
Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie und Immunologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin:
Prof. Dr. med. Beyer, Prof. Dr. med. Niggemann
Allergieambulanz, Universitätsklinik für Dermatologie, SALK, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Österreich: Dr. med. Hawranek
Allergologie, University Children’s Hospital Zurich, Zürich, Schweiz: Dr. med. Koehli
Hautklinik, Universitätsklinikum Erlangen: Prof. Dr. med. Mahler
Kinderpneumologie und Allergologie am Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden: Dr. med. Nemat
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar:
Prof. Dr. med. Pföhler
Fachabteilung Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen:
Dr. med. Rabe
Pneumologie & Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität, Jena: PD Dr. med. Reissig
Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Grafik 1
Schweregradverteilung der gemeldeten Fälle im Anaphylaxie-Register nach Ring und Messmer
Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Grafik 2
Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Grafik 3
Die 10 häufigen Nahrungsmittelallergene als Auslöser in verschiedenen Altersgruppen (n = 665, Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre, Erwachsene ab 18 Jahre) der gemeldeten Fälle aus dem Anaphylaxie-Register
Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin
Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin
Grafik 4
Therapievergleich Notarzteinsätze: Bodengebundener Notarzt Berlin
Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Kasten
Differenzialdiagnosen der Anaphylaxie
Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie
Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie
Tabelle 1
Empfehlungen zur Notfallmedikation bei Anaphylaxie
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen
Tabelle 2
Schweregradskala zur Klassifizierung anaphylaktischer Reaktionen
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3a
Nahrungsmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3b
Medikamente als Auslöser einer Anaphylaxie
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3c
Schmerzmittel als Auslöser einer Anaphylaxie
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie
Tabelle 3d
Insektengifte als Auslöser einer Anaphylaxie
Methoden
Methoden
eKasten 1
Methoden
Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:
Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:
eKasten 2
Wir danken allen beteiligten Zentren für die aktive Zusammenarbeit:
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Avatar #682292
pizman
am Montag, 4. August 2014, 13:41

Pathomechanismus bei Allergiue bzw. Anaphylaxie bei Steroiden

Sehr geehrte Frau Prof. Worm,
sehr interessiert habe ich ihren Artikel zur Anaphylaxie im deutschen Ärzteblatt gelesen. Als Internist und Akutmediziner in einem Allgemeinkrankenhaus werde ich auch immer wieder von Patienten und Anghörigen davor gewarnt bei Ihnen oder ihren Angehörigen Kortikosteroide einzusetzen, da sie allergisch darauf reagieren. Auch sie führen in ihrem Artikel Kortikosteroide in nicht unerheblichem Maß (1,3 %) noch vor anderen Medikamenten an achter Stelle als Ursache für eine Anaphylaxie an. Dies bezüglich hätte ich nur zwei Fragen: Erstens würde ich gerne den Pathomechanismus wissen und zweitens wie behandele ich diese Patienten in der Anaphylaxie- nur mit Adrenalin und Antihistminka? Über eine Antowrt würde ich mich sehr freuen
Dr.med. Andreas Patzelt

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